Abenteuer Australien

Härtetest mit der 125 Derbi 125 S rund um den roten Kontinent.
Australien ist nicht gerade der Kontinent um die Ecke. Über 22 Stunden Flug ist
er vom verschneiten Europa entfernt. Durch die optimalen Bedingungen, mit
beständigen 30 bis 40 Grad, ist der 5 Kontinent das perfekte Testfeld um das
neue Spitzenprodukt, die DERBI 125 Senda, zu testen. Die Firma Karcher,
der Generalimporteur DERBI Deutschland, lies extra die DERBI nach
"down under" fliegen um unter reellen Bedingungen das Fahrzeug von mir
testen zu lassen.
Das Ziel ist: in 22 Tagen den Kontinent zu umrunden und dabei ca.
14.000 km zurückzulegen.
Am 21.01 geht es los. Von Sydney aus runter nach Melbourne
Sydney , ist eine Reise wert.
Nach 20 Tagen des Wartens und dem ganzen Papierkram, ist es ein tolles Gefühl
auf der kleinen Enduro zu sitzen. Das Fahrzeug entspricht bis auf kleine Veränderungen
dem Original. Die Leistung mit 12 PS ist unverändert, der Sebring Auspuff gibt der
"Kleinen" einen erwachsenen Sound. Von Sydney aus geht der Weg über Melbourne
zu einem der touristischen Highlights der Testfahrt, den 12 Aposteln. Vor dem gewaltigen
Anblick der 12 Steine im Meer erhält die Derbi ihren ersten Service. Nach dem ich das
ELF 20W50 Motorenöl eingefüllt habe, fühlte ich mich besser. Dieses bei mehreren
Weltrekorden eingesetzte Öl hat mich noch nie im Stich gelassen!
Auf dem Weg dorthin konnten die Reifen sich etwas in Schräglage üben. Leider war nach
der Great Ocean Road auch schon vorbei mit der Kurvenhatz. Die Strassen sind in Australien
zwar in einem hervorragendem Zustand aber leider nichts für Kurvenfreaks wie mich.
"Eine dieser "gerade aus" Strassen ist der "Eyre Highway" am
"Nullabor plain" 146 km wie an
einer Schnur gezogen führt die Piste gen Westen. Das gefährliche dort sind die endlos
langen
"Road Trains", die fegen mit ihren mehr wie 50 m Länge alles von der Straße.
Wenn so ein
Brummi daher rauscht gibt es nur noch eins "ab ins Gelände". Ein anderes
unabwendliches
Abenteuer ist es: während der Dämmerung ohne einen intimen Kontakt mit einem Känguruh
durch zu fahren.
Ich bin froh keines der "Biester" zu erwischen. Die Nächte bei fast 30 Grad
erträgt man am
Besten in dem zu einem Zelt umbaubaren Moskitonetz von JUMP.
Australien ist ein sehr Camping
freundliches Land.
"Easy going mate" es geht
auch mal gemütlich
Toiletten und auch Duschen sind an den Küsten überall vorhanden.
Endlich komme ich auf eine gravel Road. Dort ist die Derbi zu Hause! Der zuverlässige
4 Takt, zweiventiler Motor welcher gerade im unteren Drehzahlbereich ein echt gutes
Drehmoment hat wühlt sich locker durch den Sand.
Die Enduro verzeiht auch den ein oder anderen Fahrfehler und
meistert Sprünge über
die kleinen Anlieger von mehreren Metern Länge wie nichts. Spurstabil fahre ich mit
Vollgas
und fast 90 km/h die rote Sandpiste entlang.

Die Derbi fühlt sich wohl in Western Australia
Das große Display des Touratech IMO 300R gibt mir wichtige Informationen wie des
Durchschnitts Verbrauch der DERBI. Auf der "gravel Road" braucht die
"Kleine"
4.2 Liter anstatt der üblichen 3.6 Liter.
Bei 42 Grad Hitze brauche ich fast mehr Wasser als das Motorrad Benzin. Ohne das
Camelbak Trinksystem auf dem Rücken hätte ich nach der Fahrt durch die "Gibson
Desert"
ganz schön verdurstet ausgeschaut.
Ich komme immer weiter Nordwärts in die tropischen Regionen und eine Gewitterfront
nacheinander wechselt sich ab. Mit viel Glück komme ich unter den bösen, schwarz
geschwängerten Gewitter und Tornado wolken durch ohne schwimmen zu müssen.
Nur Ausläufer treffen mich mit hagelartigem Regen. Gut, dass ich alles Wichtige in den
wasserdichten Packsäcken von ORTLIEB untergebracht habe. Auch die IXS Goretex
Kleidung musste zeigen ob sie hält was sie verspricht. Ich komme nach Broome an der
Westküste es duftet nach frischem, satten Gras. "Überhaupt riecht Motorradfahrers
Nase
wieder seit er in Australien fährt". Vorbei am Kimberly Nationalpark gönne ich mir
eine
Pause bei "the grotto" ein Wasserfall in der Nähe von Wyndham. Wieder einmal
hatte ich
einigen, heftigen Regen abbekommen aber das ist im Sommer in Australien normal. In den
nördlichen Regionen ist gerade Regenzeit. Tornados und Twisters schieben da schon mal
locker ein ganzes Motorrad einschließlich Fahrer von der Straße. Gewaltig wie schnell
und
groß sich die Gewittertürme aufbauen. In Sekundenbruchteile geht nichts mehr, dann
heißt es nicht mehr "Down under" sondern "Land unter".
Im Januar und Februar ist mit ständigen Überflutungen zu rechnen. Der Wasserstand liegt
dann bis zu 2 Meter über der Straße.

Land unter im Norden
Es kommt nicht selten vor, dass auch wichtige Verbindungsstraße mal 3 Wochen gesperrt
sind.
Glück dem, der da Zeit mitbringt, aber wer hat die schon?
Ich hatte großen "Dussel", die DERBI hatte mit maximal 30 cm Wasser zu kämpfen
und alle Straßen
waren unmittelbar mit der Enduro zu passieren. Zurück an der Ostküste gilt es dann
"easy going mate".
Ich wechsle in Townsville den Hinterradreifen und spendierte der DERBI einen neuen
Kettensatz.
Nur noch 2500 Kilometer trennen mich vom Ausgangspunkt der Reise. Das einzige größere
Problem
bei der Tour sind die Blasen auf meinem Hintern. Aber die sind schnell vergessen. Der
Kontinent
Australien hat aber immer bleibende, positive Spuren in meinem Inneren hinterlassen.
Fahrzeug:
DERBI Senda 125S - von Firma KARCHER
Gefahrene Kilometer: 12850
Technische Defekte: 2 verlorene Schrauben
3 Blinkerbirnen
Verschleiß:
Kettensatz (France Equipement)
1 Hinterradreifen (MEFO)
Service:
1 Kundendienst bei 1500 Kilometer Ölwechsel (ELF 20W50)
Ölverbrauch:
keiner
Benzinverbrauch:
3.6 Liter im Durchschnitt
Gepäcktransport:
Wasserdichte Packsäcke
(ORTLIEB)
Satteltaschen von Touratech
Ausrüstung:
GPS (Magellan), Laptop(PC Spezialist), Bordcomputer(Touratech)
Trinksystem:
Camelbak
Helm:
Kiwi
Kleidung:
IXS Goretex/Enduro
Bremsen/Verschleiß: Lucas Bremsbeläge - OTW
Auspuff:
Sebring- Mizu
Text: Grafik und Bilder Gerry Mayr Mehr Info`s auch unter: www.gerry.as