| Abenteuer Mittelmeer
Der Reisebericht von Gerry Mayr Vorwort 1:Bitte über seht in diesem Bericht diverse Fehler (Rechtschreibung, Formulierung etc.) er wurde z.T. unter wiedrigen Umständen geschrieben. Auf der Straße, im Zelt in lauten Bars.... Vorwort 2: Die Tage mühsamer Vorbereitungen an denen alle in meinem Umfeld zu leiden hatten sind vorüber. Danke an meine Freunde, Helga und meine Eltern sowie mein Personal mit Stefan und Geli. 60 Tage Ungewissheit "kommt er zurück, wird alles klappen"? Auch an meinen Sponsoren (Partner) ein Danke, ohne Ihre Unterstützung wäre diese Reise nicht zustande gekommen! Der Roller ist fertig und ich bin physisch und psychisch in Top Form für dieses außergewöhnliches Abenteuer. Teil 1 Mit einem Tag Verspätung fahre ich am Donnerstag den 27.12.01 in richtung Süden los. Leider schafften Dennis und ich es nicht, in den letzten Tagen, das Laptop und das Benefon Telefon zu einer Kooperation zu bewegen..Als es am Mittwoch um 16:00 Uhr dann doch noch funktionierte lies der Gott des Lichtes mich im Stich.Nach einer kleinen Runde mit dem Roller durch Konstanz und Kreuzlingen, meiner Nachbarstadt, wurde ich vernünftig und kehrte wieder um. "Nachts bei frischem Neuschnee über die Alpen, daß muß wirklich nicht sein, dachte ich mir. Nur schade wenn ich morgens bei Tageslicht fahre ist bestimmt das Verabschiedungskomitee bestehend aus Barbara und Jürgen, Robert, Tina und Helga nicht anwesend. Obwohl ich relativ spät weg kam, 10:30 Uhr, bin ich recht weit gekommen. Lustig sind die ungläubigen Gesichter der Autofahrer zu beobachten wenn sie mich dick eingehüllt auf dem Roller sehen. Es ist 17:00 Uhr der Tag geht vorüber und ich muß an meine erste Nacht denken. Die Temperaturen machen ein Zelten nicht zu einem Vergnügen und so beschließe ich Gas zu geben um über die Alpen zu gelangen, am besten bis direkt ans Mittelmeer. Es ist schon ein Unterschied, ob man mit einem recht dünnen Equipment bestehend aus einer ISO Matte, Sommerschlafsack und Inlett aus einem Fließ, bei minus 10 oder + 5 Grad die Nacht verbringt! Kurz nach Lausanne streikt leider der Roller das erste Mal. Er geht plötzlich aus und das auch noch auf der Autobahn. Leider finde ich den Fehler nicht sofort und muß den Roller zerlegen d.h. die Verkleidung an und abbauen um an alle Teile des Motors zu gelangen.Einen Zündfunken hat er. Benzin ist genug im Tank. Auf jeden Fall zeigt die Anzeige voll an.Die Benzinpumpe fördert nicht. "Merde, wie der Franzose sagt denke ich mir ". Mit der Stirnlampe auf der Autobahn eine Benzinpumpe zerlegen, davon habe ich immer schon geträumt. Zwei Federn, eine Membrane, ruck zuck fliegt da mal schnell was unter den Roller und ist weg und die Reise erstmals unterbrochen. Aber in der Ruhe liegt die Kraft. Die Pumpe kontrolliert und wieder zusammengebaut. Siehe da es funktioniert wieder. Die Pumpe hatte Falschluft gezogen. Das schöne an dieser ersten Panne war, daß ich Nathalie, eine Französin aus Toulouse kennengelernt habe. Nach ca. 1 Stunde auf dem Pannenstreifen war ich nicht mehr alleine. Sie blieb über ganze Weile bei ca. 5 Grad bei mir und leuchtete mit ihrer Taschenlampe. Auch über die Warnblinkanlage, ihres Autos war ich sehr erfreut. Als Dank lud ich sie zu einer Tasse Kaffee auf der nächsten Tankraststätte ein. Nun machte sich der Sprachkurs doch noch positiv bemerkbar. Sie fuhr nach Marseille und ich weiter in die andere Richtung ans Mittelmeer nach Montpellier. Nach zwei Tankstopps und über 600 Kilometern mache ich halt neben einer Landstraße und baue nachts um 23:00 Uhr das Zelt auf. Unruhig und nicht viel schlief ich die erste Nacht. An die Geräusche des Zeltes, sowie die kalten Nächte muß ich mich erst noch gewöhnen. Morgens um 9:00 weckt mich das laute Geräusch eines Baggers, welcher ganz in meiner Nähe seine Arbeit verrichtet. Gegen 16:00 Uhr komme ich in Barcelona, eines der sehenswertesten Städte Spaniens an. Barcelona ist eine riesige Stadt. Die Straßenführung sowie die Beschilderung sind einwandfrei. Dieser folgend gelange in das Stadtzentrum. Sehr erfreut bin ich über die kultivierte Fahrweise der Spanier. Wo früher noch ständig gehupt wurde, wird heute mit Voraussicht gefahren. Dank meiner spanischen Sprachkenntnisse kann ich mir den Weg zu den Ramblas erfragen. Die "Ramblas" ist die Promenadenmeile von Barcelona direkt am Hafen gelegen. Sie ist ein beliebter Treffpunkt für jung und alt. Eine ganz besondere Mischung von Touristen jeglichen Couleurs sowie Stadt- und Landspaniern treffen sich dort. Der sommerliche Tag lockt alle Menschen an die Ramblas. Teil 2 Direkt am Hafen stelle ich meinen Roller ab. Sofort wird er umringt. Der Roller ist in Barcelona zwar das Fortbewegungsmittel schlecht hin, aber einen solchen "Rallye Roller" mit soviel Gepäck sieht man auch dort nicht alle Tage. Schade, daß ich meinen Kontakt in Barcelona nicht erreichen konnte. Ich hatte mich schon über die netten Gespräche in spanisch, sowie die Dusche gefreut. Also war ich alleine in der Millionenstadt. Der Abend beginnt und ich laufe die Promenadenmeile weiter in Richtung Stadtzentrum. Außer einem Croissant in Figueres habe ich noch nichts gegessen und so schwenke ich bei Burger King rein. Nicht weil ich ein Freund der fast Food Kultur bin sonder man kann dort normalerweise in Ruhe schreiben. Im ersten Stock finde ich einen Tisch mit einer Steckdose in der Nähe, Nahrung für mein Laptop. So sitze ich 1.5 Stunden bei B-King und schreibe. Da ich meine Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter meines spanischen Kontaktes hinterlassen habe, warte ich auf einen Rückruf. Leider klingelt das Telefon nicht und ich warte vergebens. Etwas Unruhe über den Parklatz meines Scooters macht sich breit. An diesem vorbei schlendernd überquere ich nochmals den Steg rüber zu den Ramblas, mit dem Gedanken noch etwas zu schreiben und meine E-mails abzurufen. Vielleicht hat sich ja mein Geschäftsfreund aus Barcelona mittels E-mail gemeldet. Aufgrund der vorherigen guten Erfahrungen mit Burger King steuere ich zu Mister Donald setze mich hin und trinke etwas. Kaum habe das Laptop ausgepackt kommt die Chefin und zieht mir den Stecker! Ohne Angaben von Gründen. Ich werde auf grund dieser Erfahrung diese "Läden" noch eher meiden. Die ganze Fast Food Geschichte basiert auf dem schnellen Euro. Gemütlichkeit soll gar nicht erst aufkommen. Essen, trinken- gehen ist die Devise dort. Immer noch in der Hoffnung auf einen Anruf suche ich mir ein Nachtquartier in der Nähe von Barcelona. Auch aus der Stadt herauszukommen ist kein Problem. Nach ca. 50 km parke ich auf einem menschenleeren Rastplatz und schlage dort mein Zelt auf.
Mit dem dürftigen Werkzeug ziehe ich die Mutter so fest wie ich kann. Zur Sicherheit klebe ich sie noch mit Kaltmetall ein. Eine Stunde später sind der Roller und ich wieder auf der Bahn in Richtung Südwesten. Vorsorglich hatte ich die Seitendeckel noch nicht montiert. Das nächste Ziel war eine Rastplatz um dort mit besserem Werkzeug die Mutter vollends nachzuziehen. Dort angekommen halfen mir Italiener mit besserem Werkzeug aus. Das Kaltmetall wirkt wie Klebstoff und die Mutter hat sich nicht mehr gelöst und man konnte sie auch nicht mehr weiter festziehen. Demzufolge war alles in bester Ordnung. Auf dem Rastplatz sprach mich Wolfgang ein Tramper aus Deutschland an welcher überfallen wurde und sich auf dem Weg nach Cadiz befand. Anstatt ihm Geld für den Bus zu geben, lud ich ihn zu einer Tasse Kaffee ein. Was er dankend annahm. Er gab mir die Adresse von seiner Frau sowie von Freunden welche in der Nähe von Cadiz wohnen. Ich solle sie dort einfach besuchen. Durch den somit etwas längeren Aufenthalt auf der Raststätte musste ich bei Dunkelheit weiterfahren. Der Weg ging auf der Autobahn die Küste entlang. Es gibt zwei Autobahnen. Eine im Landesinneren und die von mir gewählte. Sie kostet zwar Gebühren, aber der große Vorteil liegt darin, daß sie sehr flach der Küste entlang verläuft. Und so kommt man schnell voran und benötigt wenig Kraftstoff. Der einzige Nachteil sind die sehr starken Windböen welche den beladenen Roller teilweise um halbe Meter versetzen. Der Mond scheint hell und die "Bahn" ist gut ausgeleuchtet. Auch das serienmäßige Licht ist sehr gut. Mit ca. 100 km/h fahre ich durch die Nacht. Meist nutze ich den Windschatten der schnelleren Lkw oder den der Wohnmobile welche zu Haufe die Strecke benützen. Es gibt regen Verkehr auf der Autobahn." Wie mag dieser wohl sein wenn es Touristenzeit ist"? Kurz vor Mucia verlasse ich die Autobahn um den Roller zu tanken und meine Glieder zu strecken. Ich fahre in ein kleines Dorf und besuche dort ein spanisches Restaurant. Sehr freundlich die Menschen dort. Obwohl das Restaurant etwas edler ist stört sich niemand an meiner mittlerweile schmutzigen Motorradkleidung. Im Gegensatz zu 2 " Restaurants in Barcelona" hat auch niemand etwas dagegen, daß ich das Laptop benutze. Mit angenehm gefüllten Magen, es gab Salat und Pommesfrittes sowie ein Gläschen spanischen Rotwein suche ich mir einen angenehmen Platz für die Nacht. Etwas außerhalb des Dorfes zwischen den Zitronen und Orangenplantagen findet sich ein solcher. Hier abseits der Autobahn, in der ländlichen Region, fühle ich mich sicher für die Nacht. Auch die angenehmen Temperaturen um die 18 Grad werden meine Erwartungen an eine Angenehme Nacht nicht enttäuschen. Teil 3 3 Tag/29.12.01 Gut ausgeruht wache ich um 6:00 Uhr auf. Die erste Nacht in der ich komplett durchgeschlafen habe. Wie jeden Morgen und auch jede Nacht beginne ich diesen mit Frühsport. Einer Mischung aus Atem-, Konzentration- und Dehnungsübungen. Durch die einseitige Belastung auf dem Roller fordert auch der Körper eine besondere Pflege. Die Verspannungen des Tages müssen den Körper verlassen.
Und tatsächlich klappt es mir der Kommunikation. Es ist unglaublich beruhigend zu wissen, daß man Willkommen ist und es ein Zwischenziel gibt. Mit etwas beruhigten Gefühlen bringt mich die Bahn an Lorca vorbei nach Granada. Ich verlasse die Küstenautobahn um über die rote nationale Autobahn nach Granada zu gelangen. Diese Autobahn geht bergauf und bergab. Manchmal schafft der Roller nur noch 80 Stundenkilometer. Was aber immer noch schneller ist, wie so manches Wohnmobil, Lkw oder Pkw.
Um 20:00 Uhr erreiche ich Algeciras, die Hafenstadt bei Gibraltar, das Tor nach Afrika. Als erstes folge ich der Beschilderung zum Hafen. Dort lokalisiere ich erst mal die Gegend und kaufe mir ein Ticket. Diese kostet für den Roller und mich 44.-Euro. An dem Informationsschalter mache ich mich schlau ob es Schiffsverbindungen nach Algerien gibt. Und von wo aus sie fahren. Hungrig und neugierig auf Algeciras fahre ich in das Stadtzentrum. Das Stadtzentrum ist klein. 6 Einkaufs und Bummelstraßen und einen Platz, alles festlich Geschmückt, gibt es dort.
Die Fahrt aus der Stadt ist auch sehr einfach und ca. 10km vor der Stadt, in einer Wohngegend finde ich eine Möglichkeit mein Zelt aufzubauen. Da der Platz direkt an einer Privatstraße liegt welche für die Befahrung verboten war, schlafe ich sehr unruhig. Jedes Geräusch lies mich wach werden. Aber, da die Fähre bereits um 8:00 Uhr den Kontinent verlassen sollte ist die Nacht bereits um 5:30 zu Ende. 31.12.01/4 Tag Ungestört baute ich in aller Ruhe nach der Morgengymnastik das Zelt zusammen. Bepacke den Roller und bin pünktlich um 7:00 im Hafen. Dort wurde um 7:15 eingecheckt. Keine Kontrolle des Gepäcks, lediglich der Ausweis wurde überprüft. Auch die Fahrt auf die alte Fähre gestaltet sich problemlos. Mit einem großen Seil binde ich den Roller fest. Schnappe die komplette Kamera Ausrüstung und filme die aufgehende Sonne über Spanien, beim verlassen des Kontinentes Europa. Die Schiffahrt soll 2.5 Stunden dauern und die Zeit rennt vorbei wie im Flug. Nach einem Kaffee und Croissant versuche ich etwas zu schreiben, aber die meiste Zeit geht dadurch verloren, daß ich versuche eine Internet Verbindung aufzubauen was mißlingt. Schon sind wir im Hafen von Tanger. Durch das Fotografieren und filmen bin ich so in meinem Element, daß ich die Lautsprecheransage überhöre. So fahre ich vom Schiff ohne meinen Reisepass abstempeln zu lassen. Die Polizei sehr freundlich, mußte mich wieder an Bord schicken. Dort war allerdings kein Beamter mehr anwesend was dazu führte, daß ich eine Stunde warten musste. Mit dem Stempel im Ausweis schlängelte ich mich an den wartenden Autos vorbei. Dazu musste ich allerdings die Koffer entfernen. Zwei private Zöllner kümmerten sich um die Papiere. Aber natürlich nicht gratis. Ich gab einem der Beiden 1000 Pesetas.Dies fand er zwar etwas wenig, aber es gab halt nicht mehr. Irgendwie erhielt ich dann ein weißes und grünes Papier und durfte weiterfahren. Kaum aus dem Hafen kommen auch gleich die Geldwechsler aber da ich an Bord 100 US gewechselt habe war ich erstmals versorgt. Afrika Ja, jetzt bin ich wieder in Afrika. Das dritte Mal. Der unkontrollierte Verkehr nimmt zu, das Hupen auch. Durch Tanger hindurch finde ich recht schnell den Weg nach Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Die Beschilderung ist ausreichend. Entlang des Atlantischen Ozeans roller ich die Nationalstraße entlang bis ca.100km vor Rabat. Dort bevorzuge ich die Autobahn. Sie kostet zwar Gebühren welche aber verhältnismäßig gering sind. Die Nationale Straßen sowie die Autobahn werden stark von der Polizei kontrolliert. Dadurch fühlt sich der Tourist wohl. Wenn ich gewußt hätte, daß Marokko eine Zeitverschiebung von einer Stunde hat, hätte ich mich nicht so beeilt um gegen 16:00 Uhr in Casablanca zu sein. Ein Telefonanruf und mein neuer Freund holt mich ab. Rachid und seine Frau Merika leben mit ihren zwei Töchtern recht bescheiden in einem Vorort von Casablanca. Beide sind Lehrer und gehören zur unteren Mittelschicht. Ich merke, daß ich willkommen bin und fühle mich wohl. Wir besuchen noch Rachids Schwester, Laila, und nach einer Dusche bin ich fertig für den Neujahrsabend. Rachid, Laila, Junes und ich verbringen den Neujahrsabend in Casa, in einem asiatischen Restaurant. Dort spielt eine Band arabische Musik und ein geselliges, gemischtes Publikum befindet sich dort. Neujahr in Casablanca. Ich genieße den Abend und vergesse die Strapazen und die Müdigkeit. Sowohl die 370 km lange heutige Fahrt als auch die Überfahrt mit der Fähre sind schnell vergessen. Es gibt ein mehrere Gänge Menü und nur alkoholfreie Getränke. Manche Gaststätten in Marokko sind Familien orientiert. Es gibt dort keinen Alkohol zu trinken. Was der Stimmung aber keinen Abruch tut. Schon während der Fahrt zur Gaststätte versendete ich meine obligaten Weihnachtsgrüße via SMS und um 23:00 Uhr konnte ich Freunden in Deutschland alles Gute zum Neuen Jahr wünschen und um 24:00 Uhr ein zweites mal mit meinen neuen Freunden hier in Marokko. Um Mitternacht versammelten sich alle in dem Lokal um eine riesige Torte anzuschneiden. Das Jahr 2002 kann kommen. Nachdem wir als Dessert den Kuchen verspeist hatten, fuhren wir noch mit dem Auto zum Strand um einen kleinen Promenadenbummel zu mache. Doch bei der Fahrt im Auto übermannte mich die Müdigkeit und die Augen fielen ständig zu. Die erste Nacht in Marokko verbringe ich auf einem Sofa in einer Art Aufenthaltsraum bzw. Gästezimmer. Gut geschlafen beginnt der nächste Tag erst um 11:00 Uhr. Nach dem Frühstück widmet Rachid, Laila, Merika und Junes den ganzen Neujahrstag um mir Casa von seiner schönsten Seite her zu zeigen. Wir fahren am Hafen vorbei zu der zweitgrößten Moschee der Welt Hasan 2, Dieses gigantische Bauwerk liegt direkt neben dem Hafen am atlantischen Ozean. 01.01.2002/5Tag Die Moschee ist nicht immer für Touristen geöffnet und so können wir nicht hineingehen. Das besondere an dieser Moschee ist, daß sich das Dach öffnen lässt. Dadurch können die gläubigen Moslem unter freiem Himmel beten. Nach Hassan 2 besuchen wir die Altstadt Casas. Sie ist sehr klein, einen richten Altstadtkern gibt es nicht. Doch die verwinkelten kleinen Gassen und die alten Häuser mit ihren hervorstehenden Balkonen sind sehenswert. Im Stadtkern gibt es einen Platz Hassan 5 mit einem Brunnen. Dieser befindet sich vor dem alten Rathaus. Dort treffen sich die Familien an Sonn und Feiertagen. Die sich dort befindlichen Wassermänner gehören dort zum Stadtbild. Die Wassermänner haben eine alte Tradition. Mit großem Hut und messing-farbigen Glocken fallen sie auf. Wasser kauft man dort eigentlich nicht mehr. Aber da die "Wassermänner" vom Verkauf des Wassers leben trinkt doch der ein oder andere Marokkaner einen Schluck aus dem Lederbeutel welchen die Wassermänner auf dem Rücken tragen.
Teil 4 02.01.2002/6Tag Rachid muß um 8:15 in der Schule sein und so stehe auch ich sehr früh auf. Heute ist der erste Tag seit meiner Abreise, wo ich endlich all meine Sachen in Ruhe ordnen kann. Irgendwo muß schließlich auch der Reisepass mit dem Visa von Algerien sein. Finde ich ihn nicht, dann werde ich etwas Zeit verlieren. Den Algerien möchte ich als Mittelmeerland nicht vermissen. Zumal es sich für den Tourismus gerade öffnet. Aufgrund von Veränderungen in der Welt zurückdenkend an den 11. September 2001 kann und wird sich die islamische Welt nicht weiter verschließen können. Dieser "Austag" muß sein Ich kontrolliere das ganze Gepäck, schreibe eine neue Reiseroute. Und arbeite an dem Reisebericht. Merida, die Frau Rachids nacht ein tolles Mittagessen. Natürlich Marokkanisch, ich bestehe darauf. Und Nachmittags heißt es weiter aufräumen und vor allem schreiben. Ich bin mit meiner Schreibarbeit über 3 Tage hinterher. Leider vergisst man bei so vielen neuen Eindrücken alles sehr schnell. Die Sonne scheint, doch ich bekomme nicht viel davon mit. Im halb dunkel sitze ich vor dem Laptop und tippe diese Zeilen. Die Cousine von Rachid ist zur Zeit zu Besuch und befindet sich auch in der Wohnung und versucht mir Nachhilfe in Französisch zu geben. "Olala", ich bin zwar froh, daß ich mir die Französischstunden angetan habe, verstehen tue ich jedoch sehr wenig. Vermutlich weil das marokkanische Französisch vom Europäischen differiert. Durch das Schreiben verfliegt auch dieser Tag sehr schnell. Ein Teil des Abends verbringe ich damit die Schulbücher von Sarah anzusehen. Sarah, die 16 Jahre alte, bildhübsche Tochter Rachids ist eine gute Schülerin. Das Schulsystem von Marokko hat europäischen Standart. Es herrscht Schulpflicht bis zur 6 Klasse. Ab 2001 muß auch noch eine zweite Fremdsprache mit dazu gelernt, neben Franz werden meist englisch. Auch dies zeigt immer mehr die Öffnung der arabischen zur westlichen Welt. Leider ist der Ausweis nicht auffindbar. Auch Telefonanrufe nach Konstanz, zu Helga bringen ihn leider auch nicht zu Tage. Er ist wahrscheinlich bei der Reparatur auf der französischen Autobahn verloren gegangen. "Mit Verlust muß man halt rechnen". 03.01.2002/7Tag Auch heute stehe ich mit Rachids Familie auf. Nach dem Genuß des Frühstücks bestehen aus: Kaffee, Pfefferminztee, Pariserbrot und Marmelade, fahre ich in das Zentrum von Casablanca. Die mit Schlaglöchern versehene Straße geht Vorbei an den Hafenanlagen. Das Ziel die zweitgrößte Moschee der Welt. Das Wahrzeichen Casas. Die Moschee Hassan des 2.
Enttäuscht aber weder aggressiv noch böse zieht er von dannen und lässt mich weiter fotografieren. Auf dem Weg zurück zu Rachids Haus filme ich noch die alte Stadtmauer. Etwas nervös werde ich schon, da es langsam knapp wird mit dem Benzin. Leider akzeptieren die marokkanischen Banken nur die Kreditkarten des Landes. Also fahre ich in das Stadtzentrum um Geld zu wechseln. Ich hätte nicht gedacht, daß sich das so schwierig gestaltet. Die meisten Banken wechseln keine ausländischen Devisen und so bleibt mir nichts anders übrig als im Sheraton an die nötigen Dirham zu gelangen. Für die noch ca. 1000 km durch Marokko benötige ich noch ungefähr 60 Euro. Das Essen ist sehr günstig in Marokko. Für nicht mal 5 Euro hat man gut gegessen und getrunken. Allerdings schlägt der Benzinpreis europäisch zu buche. Fast 2.-DM müssen für das edle Nass angelegt werden und Bleifrei ist auch nicht immer und überall zu bekommen. Ansonsten ist das Tankstellennetz einwandfrei. Der Zusatztank gestattet mir ein zügiges Vorwärtskommen und ist bequem aber bis jetzt nicht unbedingt von Nöten. Lustig ist an dem heutigen Tage, daß mich etwas verfahren habe. "Da habe ich zwar das super Benefon GPS Handy aber ohne Strom keine Orientierung. So muß ich mich von Hand orientieren. Das Meer links, die Autobahn rechts fahre ich in Richtung Norden. Der Stand der Sonne hilft mir bei der Navigation. "Aha die Volvo Ausfahrt " jetzt weiß ich wieder wo ich mich befinde. An einem Obstmarkt mache ich einen Stopp und kaufe für Rachids Familie etwas Obst. Gerne hätte ich Blumen oder irgendein anderes Geschenk mit gebracht aber ohne Ortskenntnisse ist das schwierig. Die Marokkaner sind tolle Leute obwohl ich Rachids Familie gar nicht kenne kommt es mir vor als wären sie seit Jahrzehnten meine Freunde. Pünktlich um 12:00 Uhr zum Mittagessen komme ich in der Wohnung an. Das Abschiedsessen ist typisch Marokkanisch. Es gibt "Kous Kous". Normalerweise isst man dieses Gericht, bestehend aus Weizen und Fleisch mit den Händen. Aber mir zuliebe liegen Gabel und Löffel bereit. Trotz der kurzen Zeit in Casa fällt der Abschied schwer. Frisch geduscht mit vollem Tank geht es an diesem Tag 100 km nördlich Rabat. Dort rufe ich Youness an. Kurz darauf holt mich ein Bruder von Rachid an dem großen Busbahnhof ab. Die Fahrt geht drei Blocks weiter zur Familie von Rachid. Dort werde ich schon von der über 70 Jahren alten Mutter, diversen Schwestern, Tanten, Onkels empfangen.
Da ich mehr sehr wohl fühle, bleibe ich die Nacht über in Rabat, der Hauptstadt Marokkos.Außerdem gibts es in Rabat eine Algerische Botschaft und somit eventuell die Möglichkeit ein Visa zu bekommen. Noch habe ich den Gedanken nicht aufgegeben durch Algerien zu fahren. Dies ist zwar offiziell nicht möglich aber wer weiß schon? Ein bißchen muß ich Youness schon auf Trab halten um ein paar Eindrücke dieser mitunter Touristik, wertvollen Stadt auf Bild festzuhalten. Die Uhr geht zwar eine Stunde nach aber um 18:00 Uhr ist auch hier das gute Licht zum fotografieren weg. Wir fahren mit dem Taxi zur Altstadt, nach Ludäa. In einem Teil der alten Stadtmauer ist ein Garten untergebracht. Dort halten sich viele Studenten auf, um in Ruhe etwas zu lesen oder zu lernen. Auch ein schönes Kaffe mit Blick auf den Atlantischen Ozean und nach Sale, der Nachbarstadt, gibt es dort. Nach dem alten Schloß führt uns der Weg direkt in den Sug, der Basar von Rabat. Ein Sug ist überdachter Basar mit vielen Nebenwegen. Neben den unzähligen Geschäften gibt es dort farbenfrohe Verkaufsstände direkt in den engen Gassen. Orientalische und westliche Musik tönt von überall. Stimmengewirr aller Nationalitäten hallt von den Wänden. Gerüche der unzähligen Garküchen liegen in der Luft. Der Sug von Rabat ist riesengroß. Umringt von der alten Stadtmauer kann man stundenlang dort herumlaufen und hat immer noch nicht alles gesehen. Nach dem Sug laufen wir zum Palast von Mohammed des zweiten. Äußerst beeindruckend, die Marmor und Mosaikarbeiten. In dem Regierungspalast befindet sich auch das Grab Mohammeds. Vor diesem sitzt "Vorleser" und singt die Verse des Koran. Der Sprechgesang hört sich sehr schön an. Die Akustik ist hervorragend. Und aus allen Winkeln des Palastes hallt das Gebet zurück. Nach diesem Schauspiel des Islam fahren wir mit dem Bus nach Hause. Bus und Taxis sind sehr günstig. Für nicht einmal 1 Euro kommt man mit dem Bus durch die ganze Stadt. Eine Durchquerung mit dem Taxi beläuft sich auf ungefähr 20 Dirham, 2.50 Euro. Gerne hätte ich an diesem Abend meine E-mails abgerufen, aber alle Internet Kaffees sind total überfüllt und wir müssten über 1 Stunde warten. Bei Rachids Familie angekommen werden wir schon erwartet. Die Kinder, der Brüder und Schwestern Rachids spielen mir auf einem Keyboard etwas vor. Und es gibt aus einem Kinderbuch Nachhilfe in Französisch. Was ich auch bitter nötig habe. Aber irgendwie komme ich doch ganz gut zurecht. Mit Händen und Füßen versteht mich jeder und meine 5, 0815 Standardsätze sitzen. Teil 4 04.01.2002/8Tag Irgendetwas erscheint mir nicht in Ordnung. Das Ladegerät für die Akkus der Videokamera fehlt. "Was wollen die nur damit, frage ich mich". Das Ladegerät ist so speziell, daß man es fast nicht verkaufen kann. Aber mir entsteht dadurch ein großer Schaden. Ohne Strom keinen Film. Panik macht sich breit. Also zurück vielleicht finde ich ja den kleinen Verbrecher. Tatsächlich hängen noch ein paar von den "Gammlern" herum. Ich frage nach dem Ladegerät und mache ein Angebot. Sozusagen ein illegales. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre eine Anzeige angebracht gewesen, aber das Schiff geht schon in zwei Stunden. Ladegerät gegen 20 US Dollar. Ganz ungefährlich ist die Situation nicht! Die Leute dort sind recht aggressiv. Einer dieser Gestalten, welcher lange Jahre in Deutschland lebte erzählt: er wäre aus Deutschland ausgewiesen worden, öfters im Gefängnis gewesen aber nur wegen Schlägerei, Körperverletzung, Drogen aber nie wegen Diebstahl. Er hat noch nie geklaut behauptete er. Das kann er seiner Oma erzählen. So voller Drogen würde der glatt seine Mutter verkaufen, dachte ich mir. Auf jeden Fall war die ganze Bande in Aufruhr versetzt und informiert. 20 US sind eine ganze menge Geld. Ich warte noch 20 Minuten und fahre dann zur Fähre immer noch in der Hoffnung das Ladegerät zu bekommen. Ein bißchen Chaos herrscht dort. Große Schlangen haben sich an den drei Ticket Schaltern gebildet. Ich stelle mich zwangsweise auch an. Lieber wäre ich beim Roller geblieben. Nach Erhalt der Bordkarten folgt die zweite Schlange, Fahrzeugkontrolle. Viele Autos vor mir sind voller Waren und da Marokko zu den Drogenländer gehört wird scharf kontrolliert. Zwei Schäferhunde schnüffeln auch an meinem Roller. Gott sei dank ohne Ergebnis. Oft werden die Fahrzeuge von Touristen als Kuriere benutzt und man steckt einfach dem Fahrzeug Drogen zu. Ich fahre auf das Schiff und zurre den Roller fest. Starke Winde und Wellen lassen eine unruhige Nacht auf mich zukommen. Leider haben die Schiffe kein gutes Gurtzeug für Motorräder und Roller. Unter Umständen ist es ratsam eigenes mitzubringen. Das Zelt brauche ich heute Nacht nicht und so kann ich es zwischen Roller und Bordwand klemmen. Alles nötige schnell in den Rucksack gepackt. Isomatte, Innenschlafsack, Waschbeutel und los geht es. Das Laptop lasse ich im Roller. Bei 6 Stunden überfahrt ist die Nacht nur zum Schlafen da. Die Überfahrt macht mir keinerlei Probleme. Trotz der rauhen See spielt mein Magen mit. Die Mitpassagiere sind meist Marokkaner, die in ihre neue Heimat Frankreich, Deutschland, Belgien usw. zurück reisen. Auch einige Spanier sind an Bord. Deutsche oder Motorradtouristen sehe ich keine. Morgens gegen 7:00 Uhr kommen wir in Alicante, Spanien an. Für 55 Euro über 6 Stunden Boot fahren und bei Sonnenschein auf einem anderen Kontinent begrüßt zu werden ist nicht schlecht. 05.01.2002/9Tag Von Almeria soll es ein Schiff nach Algerien und auch nach Tunesien geben so hatte man mir gesagt. Also auf die Autobahn und die ca.400 km nach Almeria durchgefahren. Es ist Sonntag und keine Informationen sind zu bekommen. Alle Reisebüros, Tourist Information und auch der Hafen sind geschlossen. Der Hafenpolizist macht mir Hoffnung. Morgen geht ein Schiff nach Oran in Algerien. "Das wäre ja echt super denke ich mir". Oran liegt im Westen und ich kann auf der afrikanischen Seite nach Tunesien fahren. Aber es ist nicht sicher. Wenn es nicht genug Waren gibt fährt das Schiff eventuell auch später. Ob ich ein Visa von Almeria aus bekomme wußte er auch nicht. Normalerweise müsste das klappen. Spanische und Europäische Bürger bekommen das Visum auf Bord. Aber sicher ist das nicht. Also Zähne zusammengebissen und weitere 600 km nach Marseille. Der Verkehr nimmt in Frankreich zwar zu doch komme ich immer noch recht zügig voran. Ich hatte zwar vor durch die Nacht zu fahren um gegen 7:00 Uhr im Hafen zu sein aber es wurde lausig kalt. Auch das gute Essen, einen Lachsteller Salat, was ich mir gönnte brachte die Wärme nicht wieder zurück. Bei Temperaturen um 0° Grad auf der Autobahn mit 110km/h 600 km am Stück zu fahren, ist nur für einen bestimmten Zeitraum angenehm. Ich schlafe neben Belgiern auf dem beleuchteten Parkplatz einer Raststätte im Zelt. Montag 06.01.2002/10Tag Morgens als ich aufwache war überall auf dem Roller Eis. Schnell noch einen Kaffee zu mir genommen, ein Gespräch mit eine Deutschen welcher als Kurierfahrer Spanien bereist und dann weiter nach Marseille. Die Sonne wärmt langsam meine kalten Glieder und ich komme zügig voran. Gegen 14:30 erreiche ich den Hafen von Marseille. Tickets gibt es etwas entfernter in der Stadt. Also fahre ich wie mir angewiesen wurde. Ich finde den Ticketschalter recht schnell. Aber die Auskunft bringt mich fast den Tränen nahe. Es gibt ein Schiff nach Tunesien aber es fährt erst am 09. Das bedeutet die Reise ist zu Ende! Ich frage nach Alternativen aber zunächst waren keine in Sicht. Erst als nach anderen Häfen frage sagt die Angestellte mir, das Morgen eine Fähre von Genua aus startet. Als sie mir Abfahrt und Ankunft in Tunesien auch noch ausdruckt bin ich überzeugt. Also führt mich der Weg nach Genua. So soll Italien doch noch ein Land dieser Reise werden. Ein Kaffee, in einer Bäckerei, eine Pizza und ich bin wieder "on the road" und auch noch im Rennen. Die 400 km werde ich auch noch schaffen bzw. wenigstens die Hälfte. Die Fähre verlässt Europa erst um 12:00 Uhr. Ich habe vollgetankt und steuere in die Nacht mit dem neuen Ziel Italien. Auch diese Nacht wird kurz. Der Beschilderung nach Nizza folgend fahre ich auf der Autobahn in die Dunkelheit. Kurz nach Nizza, es sind bereits 200km zurückgelegt kommt der wohlklingende Namen Monaco auf einem der Schilder zum Vorschein. Warum nicht eine Pause in Monaco? Eventuell bietet sich ja auch die Möglichkeit für eine günstige Übernachtung. Ich bummle etwas auf der Promenade entlang kaufe noch ein paar Dinge für die Reise und suche ein Ladegerät für die Video Kamera. Ohne Erfolg! Viele Deutsche und Österreicher sind hier anzutreffen. Recht malerisch ist der Ort. Das Schloß, der Hafen einfach wunderbar gelegen. Aber eine günstige Übernachtung gibt es dort nicht. Auch sonst ist Monaco ein teures Pflaster. Um 22:00 fahre ich weiter die Küste entlang. Ich hoffe irgendein nettes Plätzchen für die Nacht zu finden. In San Remo steuere ich auf einen Zeltplatz zu aber der Chef dort hat keine Lust mich aufzunehmen. Also fahre ich weiter und kurz vor dem Zubringer zur Autobahn finde ich einen nicht betonierten Seitenweg. Dieser führt zu diversen Gewächshäusern neben denen ich dann zelte. An das Geräusch von Autos, die an meinem Zelt vorbei donnern habe ich mich schon gewöhnt. Irgendein Brunnen plätschert im Hintergrund und kurz vor Mitternacht schlafe ich dann ein. Der Wecker verrichtet seine Arbeit pünktlich um 6:30 Uhr. Heute ist ein wichtiger Tag. Ich muß unbedingt die Fähre um 12:00 bekommen. Mit etwas klammen Gefühl sitze ich auf dem Roller. " Hoffentlich gibt es keinen Stau auf der Autobahn, keine Unfälle oder Ausfälle hoffentlich finde ich auch den Hafen sofort" ? Viele Ungewissheiten gehen mir durch den Kopf. Aber um 10:00 Uhr stehe ich schon vor der "Habib", dem Schiff welches mich wieder nach Afrika bringen sollte. Nachdem ich das Ticket besorgt hatte kaufe ich erst mal richtig schön ein. Essen für die Überfahrt und für Unterwegs. Vollkornbrot, Orangen, Ovomaltine, Brot und Käse. An Bord lasse ich mir es gut ergehen. Das waren recht harte Kilometer die letzten Tage. Und 24 Stunden mal ausspannen kann nicht schaden. Ich freue mich auch auf das warmes Wasser zum waschen. Als ich zur Fähre zurückkehre hat sich eine kleine Schlange vor dem Schiff gebildet. So warte ich mit 24 anderen Autofahrern daß wir an Bord dürfen. Um halb 12 ist es dann soweit. Stich proben artige Kontrolle einzelner Fahrzeuge, das war alles. Ich gebe mir viel Mühe beim festzurren des Rollers. Das letzte mal ist er bei schlechter See vom Seitenständer gerutscht und es gab ein paar Kratzer im Seitenkoffer. Die Sonne lacht und es wird eine ruhige Überfahrt geben. Jetzt nur nichts vergessen! Später kann man nichts mehr holen das Parkdeck wird dann abgeschlossen. Das Strommessgerät wollte ich reparieren, das neu erstandene Ladekabel, für den Videoakku umbauen. Waschzeug, Isomatte, Schlafsack Kamera und die guten Nahrungsmittel, so jetzt habe ich alles. So dick bepackt suche ich mein Schlafgemach. Die guten alten Flugzeugsitze. Ich bin richtig glücklich! Frisch gewaschen mein Laptop hat Strom und der Videoakku auch. Zufrieden schlafe ich ein. Das Super Hotel kostet zwar über 200 Euro aber es fährt ja auch fast 40 km/h und über 2000 km weit. Mittwoch 08.01.2002/12Tag Auch heute Klingel der Wecker recht früh. Haare waschen, ausgiebiges Morgentraining dann schreiben. Ein Bummel über das Schiff und schon ist es fast 12:00 Uhr. Zeit zum anlegen. Das Schiff hat eine Stunde Verspätung und unter den Wartenden befindet sich Adalbert ein Deutscher, welcher schon viele Jahre in Tunesien lebt. Er will mir den Weg zu Botschaft zeigen sobald wir anlegen. Die Polizei und Zollabwicklung wird auf dem Schiff erledigt. Unkompliziert und in aller Ruhe. Kurz vor 1:00 Uhr können wir zu unseren Fahrzeugen. Beim Roller ist alles in bester Ordnung. Ich beeile mich mit packen und komme als letzter von Bord. In Tunesien scheint die Sonne und es hat 24° Grad. So wünsche ich mir auch die Rückkehr nach Afrika. Direkt nach dem Schiff kommt die Zoll und Hafenpolizei stelle. Das Gepäck wird gar nicht kontrolliert und die zwei Laufzettel sind in einer halben Stunde ausgefüllt. Bei der dort befindlichen Bank wechsle ich noch 60 US Dollars in tunesische Währung. Bei Adalbert dauerte es etwas länger weil er die Zollkennzeichen zurück geben musste. Im mittäglichen Verkehrsgewühl fahre ich hinter Adalbert und seiner tunesischen Freundin her bis zur deutschen Botschaft. Nachmittag ist die Botschaft für alle Visa Angelegenheiten geschlossen aber über eine Klingel kann man seine Wünsche kundtun uns es wird einem aufgemacht. Nach einer halben Stunde Wartezeit und einem kurzen Gespräch mit dem sehr freundlichen Botschaft Mitarbeiter wurde mir bekannt, daß die grüne Versicherungskarte noch nicht eingegangen ist. Man versprach mir sie unmittelbar nach Amman in Jordanien nachzuschicken. Gerne hätte ich Tunis besichtigt, aber mich zieht es nach Libyen. Ich fahre auf einer sehr gut ausgebauten Straße aus der Stadt und komme gut voran. Ich möchte unbedingt noch heute über die Grenze. Bin ich Libyen, dann schaffe ich auch die Mittelmeer um Rundung. Gott sei Dank ist Tunesien ein flächen mässiges, kleines Land. Nach fast 900 Km erreiche ich Nachts kalt gefroren die Grenze. Ich schmuggle mich an einer riesigen Schlange alter Autos vorbei. Die Ausreise geht recht schnell. Stempel in den Ausweis, ein Begleitpapier und schon bin ich bei den Libyern. Da wird es allerdings richtig kompliziert. Daß ich ein Visa habe das gültig ist sehen sie, aber wo meine Reisegruppe ist sehen sie nicht! Ich erkläre, daß ich alleine hier bin und daß meine Gruppe noch kommt. Sollte es Probleme geben könnte ich meinen Reiseveranstalter "Shati Zuara" anrufen und würde abgeholt werden. Ich mache das aber nicht gerne, Nachts um 2:00 Uhr. "Vorschrift ist Vorschrift entgegnete mir der Beamte" und als er sieht, daß ich mein Telefon auspacke und ernst mache hat er doch Mitleid mit seinen schlafenden Landsleuten. Teil 5 Dann ging das Drama aber noch weiter. Der Roller steht in einer Halle umringt von Beamten. Donnerstag 10.01.2002/13Tag Jetzt bekomme ich noch ein Libysches Kennzeichen. Die ganze Prozedur dauert 3 Stunden. Überglücklich in Libyen zu sein, fahre ich der Küste folgend in Richtung Ägypten. Die Straßen sind in keinem guten Zustand es ist ständig mit vielen zum Teil sehr tiefen Schlaglöchern zu rechnen. Sehr Müde fahre ich weiter. Überall unterwegs gibt es Straßensperren, wer kein Visa besitzt hat wirklich dort ein Problem. Diese Nacht halte ich einfach neben der Straße und verstecke mich und den Roller hinter Palmen. Die Temperatur in der Nacht, ist mit 10 Grad erträglich. Die Sonne weckt mich gegen 8:00 Uhr. Ich fahre nacht Tripolis der Hauptstadt Libyens. Das fahren in diesem Land ist nicht einfach. Alle Schilder sind nur in arabischer Schrift geschrieben und Entfernungen kann ich nur abschätzen. Zum Glück gibt mir das Benefon GPS wenigstens die Sicherheit in der richtigen Richtung unterwegs zu sein. Tripolis ist wie viele afrikanische Städte laut und voller hupender Autos. In dem Stadtgewirr verfahre ich mich etwas. Nach dem Weg zu fragen gestaltet sich deshalb schwierig, weil die meisten Libyer weder Englisch noch Französisch sprechen. Auch die Polizisten sind nicht in der Lage mir Auskunft zu geben. Nachdem ich dann einen sehr freundliche Libyer, welcher Englisch spricht traf, war ich dann auf der richtigen Straße. Laut Karte sollte sie zwar eine Autobahn sein in Wirklichkeit aber ist sie eine mittelprächtige Bundesstraße. Auch die Entfernungen in der Karte des ADAC sind nicht richtig. Libyen ist ein richtig großes Land. Ich komme gut voran und die Nacht rückt immer näher. Immer noch im Glauben ich muß am 10.01 aus dem Land sein gebe ich mächtig Gas. Auf der sicheren Seite mit etwas Zeit im Hintergrund will ich die Grenze nach Ägypten überqueren. Nur dann ist die Weiterfahrt gesichert. Ein zurück nach Tripolis und Beantragung einer Verlängerung kann leicht eine Woche Zeit in Anspruch nehmen. Bei einer der Straßensperren klemme ich mich hinter einen Bus. Er fährt nach Ägypten und hat mit 105 bis 115km/h die genau richtige Geschwindigkeit. Zumal in der Nacht ich nicht so schnell fahren kann. Oft habe ich mich bei dieser Reise hinter LKW und Busse geklemmt. Es ist einfach eine sicheres Fahren wenn vor einem die Straße ausgeleuchtet wird. Außerdem kennen die meist im Land ansässigen Fahrer die Schlaglöcher und Baustellen. Durch die Straßenkontrollen und das meist damit verbundene Gespräch mit den Polizisten oder dem Militär verlor ich Zeit und mußte meinen Bus durch eine Fahrt mit Vollgas wieder einholen. Dieses Spiel wiederholte sich dauernd. Der Bus war mir auch deshalb als Führer wichtig, weil er eventuell eine Wüstenstraße fährt welche ich mit Sicherheit nicht auf Anhieb finden würde. Und schon gar nicht in der Nacht. An einer dieser Straßensperren ging dann der Roller aus. Keine Batteriespannung mehr. Nicht nur daß der Bus jetzt weg war, nein ich hatte auch ein großes Problem. Die Zusatzscheinwerfer haben ihre Arbeit in Spanien einwandfrei verrichtet aber hier in Libyen scheint das nicht zu funktionieren. Sie entnehmen der Batterie zuviel Strom. Aber in Libyen eine Panne zu haben ist kein großes Problem. Sofort hält der Fahrer eines Wagens, welcher hinter mir die Polizeikontrolle passiert und fragt in gutem Englisch ob er mir etwas helfen könne. Ich schildere ihm mein Problem und in ein Paar Minuten war ein Kabel organisiert und wir konnten den Roller überbrücken. Anhand der Kontrollampe wußte ich, daß die Batterie Ladestrom erhält wenn ich mit Standlicht fahre. Also klemmte ich mich dicht hinter den nächsten vorbeifahrenden Pick up und fahre mit Standlicht. Der Bus war weg und ich hatte plötzlich keinen Grund zur Eile mehr. Außerdem hat mir der Autofahrer welcher mir beim Überbrücken half erklärt daß mein Libysches Visum noch vier Wochen gültig ist. Ich mußte nur vor dem 11.01 im Land sein weil es sonst verfällt. Kurz vor der Grenze verließ mein Pick up die Hauptstraße und ich mußte mit Hauptlicht weiterfahren. Nach 20 km leuchtete die rote Anzeige wieder auf. Sofort fuhr ich von der Straße um neben einer Tankstelle vor einer Gaststätte zu parken. Und siehe da, da stand mein Bus. Der Busfahrer wollte wissen wo ich geblieben bin und warum ich keine Zeichen gab. Dies war ganz einfach zu erklären: ohne Strom kein Licht und keine Hupe. So jetzt erst mal etwas essen. Den Magen beruhigen und die Nerven besänftigen. Es gab Hühnchen Pommes Frittes und Salat. Das wird hier gerne gegessen. Dazu eine Pepsi. Da es schon spät in der Nacht ist, kurz vor 24:00 Uhr und der Roller nicht mehr anspringt, frage ich ob ich hier bleiben darf und vor der Gasstätte mein Zelt aufschlagen kann. Gerne wird meinem Vorschlag zugestimmt und unter neugierigen Blicken baue ich das Zelt auf. Freitag 11.01.2002/14Tag Meine Gedanken in dieser Nacht: hoffentlich ist es nur ein Batterie Problem!
Nach 50 km war ein umkehren auch zu spät. Ich minimiere die Geschwindigkeit um Benzin zu sparen. Nach einer knappen Stunde kommen Häuser und eine Stadt mit Tankstelle. Ich mache den Tank Rand voll. Mit dem Gefühl in einer Wüste zu stecken, ohne Benzin, behagt mir nicht sehr. Auch in dieser Stadt sich zurechtzufinden, ohne lesbare Schrift gestaltet sich schwierig. Daß ich etwas Orientierungsprobleme habe bekommt ein Libyscher Autofahrer mit. Er hält an und fragt mich nach dem Problem. Ich schildere ihm, daß ich gerne die Wüstenstrasse fahren würde diese aber nicht finde. "Kein Problem", sagt er und fährt vor mir her. Ohne seine Hilfe hätte ich die Straße nicht gefunden! So nun darf nichts passieren fast 500 km Wüstenstraße liegen vor mir. Hält die Batterie, reicht das Benzin, viele Fragen gehen durch meinen Kopf. Der Kymco Roller läuft wie ein Uhrwerk und mit 110 km/h komme ich gut voran. Extrem starker Gegenwind macht die Fahrt nicht gerade zu einem Vergnügen. 3 Stunden lang peitschen extreme Seitenwinde mich fast von der Straße. Der Hals fängt an zu schmerzen. Erst wehre ich mich gegen die Winde und versuche den Kopf gerade zu halten. Aber nach einiger Zeit gebe ich der Natur nach und fahre in äußerst seltsamer Haltung die Straße entlang. Nur gut, daß hier niemand Haltungsnoten vergibt dachte ich mir. Das Ziel des heutigen Tages, der deutsche Kriegsfriedhof in Tubrugg muß ich leider links liegen lassen. Die Nacht nähert sich mit großen Schritten. Außerdem fängt es an leicht zu regnen. Ohne Licht erhalten die 2 Batterien genügend Energie. Die Kontrollampe leuchtete nicht einmal auf. Meine Hoffnung nun daß, das Problem beseitigt ist und ich auch in der Nacht fahren kann. Nach zwei Stunden fahrt war es dann aber wieder soweit. Die rote Kontrolleuchte erinnert mich an die kleine Unzulänglichkeit des Rollers. Ich fahre noch ein paar Meter und suche einen Platz wo ich mein Quartier aufschlagen kann. Nicht gerade schön und ruhig war der Platz, aber ich war ja nun auch schon einiges gewöhnt. Das S- Trecking Zelt ist in zwei Minuten aufgebaut und so konnte die Nacht kommen. Da es erst 19:00 Uhr ist und etwas früh zum schlafen schreibe ich noch bis der Akku leer ist. Auch die weitere Routenplannung und schreiben des Roadbooks konnte ich an diesem Abend erledigen. Nach einem heißen Tee im Zelt und etwas Sport schlafe ich ein. Um 7:00 Uhr ist die Nacht zu ende. Freitag 11.01.2002/14Tag Es sind nur noch wenige Kilometer bis zu Grenze. Auch mal gut eine Grenze nicht spät in der Nacht zu passieren. Nach einer Viertelstunde stehe ich vor der Libyschen- Ägyptischen Grenze. Der Libysche Teil sieht auch nicht anders aus wie die Kontrollhäuser unterwegs. Dort erfahre ich, daß man die 50 Dirham Kaution für das Kennzeichen im 3 Kilometer zurückliegenden Ort erhält. Um sicherzugehen, daß ich auch das richtige Gebäude aufsuche fragt der Zollbeamte sofort einen unbeteiligten Pick up Fahrer welcher vor mir herfährt um mir das Gebäude zu zeigen, an welchem ich das Geld zurück bekomme. Mit dem kleinen Vermögen in der Tasche tanke ich noch schnell voll. Benzin kostet in Libyen fast gar nichts so um die 30 Cents. Und auch Essen und Trinken sowie die nötigen Dinge des Lebens sind sehr günstig. Ich versuche noch eine Decke zu kaufen aber außer: Made in Korea, finde ich keine. Na, ja muß wirklich nicht sein, so weit zu fahren um später in "Made in Korea" zu schlafen. Auch in dieser Stadt überzeugt die Freundlichkeit der Menschen. Anstatt von einem Geschäft zum anderen zu laufen werde ich gefahren. Ich genieße die letzten Stunden in Libyen sehr. Ich hätte nie gedacht daß Libyen mich so begeistert. Ursprünglich war dieses Land nur als Transitland geplant. Um 10:00 Uhr fahre ich aus der Stadt zur Zollanlage. Die Abwicklung auf Libyscher Seite freundlich und unkompliziert. Das Carnet wurde bei der Geldrückgabe abgestempelt der Ausweiß an der dritten Baracke. Da der halbe Zollhof unter Wasser stand machte ich noch schnell ein Bild. Was sofort einen Militärbeamten auf den Plan rief mich zu darauf hinzuweisen daß Fotografieren hier nicht erlaubt ist. Zum Glück wollte niemand den Film oder die Kamera, dies hatte ich schon bei anderen Reisen erlebt. Nach der dritten Kontrolle des Ausweises war ich dann in Ägypten. Ein Prunkvolles Gebäude mit in englischer Sprache geschriebenem Schild: es begrüßt sie der Landhafen von Saloum. Auf ersten Blick alles tol, jedoch " Das Grauen beginnt". Nach dem Immigrationsstempel im Ausweis folgt die Gepäckkontrolle dann die Fahrzeugkontrolle. Das erste Mal, daß die Fahrgestell und Motornummer kontrolliert wurden. Ein ewiges hin und her. Zuerst sträubte ich mich die Hilfe eines dort tätigen Mannes anzunehmen, später aber war ich doch froh. Wir verständigten uns mittels Italienisch. Dies ist zwar keine Sprache die ich beherrsche aber wir kommen ganz gut klar. Dank seiner Hilfe konnte ich mich an einer großen Schlange vorbei schmuggeln. Dies führte zwar zu etwas Unruhe aber als "Weißnase", Europäer hat man doch immer noch etwas Sonderrechte. Vor allem an einem nicht so häufig von Deutschen frequentierten Grenzübergang. Nach 4 Stunden Aufenthalt an der Zollstelle mußte ich dann noch eine Versicherung für Ägypten abschließen. Daß ich eine Versicherung für Ägypten habe wollte mir keiner so recht glauben. Also zückte ich irgendein wichtiges Papier in Deutsch welches mit Stempel versehen ist und verkaufte dies als Versicherung. Die somit umgemodelte Vollmacht des ADAC wurde in etwa anerkannt und ich mußte nur eine Zusatzversicherung abschließen. 15 ägyptische Pfund 4 Euro: "ist in Ordnung dachte ich mir" und bezahlte. Noch ein paar Kopien angefertigt Gebühren für die zwei neuen Kennzeichen bezahlt und nach 5 Stunden hatte die ganze Prozedur endlich ein Ende. Schön war es daß, der italienisch Sprechende Ägypter kein Geld wollte. Ich steckte ihm 20 Pfund zu, schließlich hat er sich die ganze Zeit um mich gekümmert. Teil 6 Auch toll waren die Gespräche mit den Lkw Fahrern. Teils sind diese über 3000 km von Dubai bis nach Libyen gereist. Anerkennung fand nicht nur, daß ich Deutscher bin, sondern auch die Qualität der deutschen Lkw. Mercedes und MAN "are the best" sagen sie ständig. Auch wurde meine Fahrt über 8000 km auf dem Roller äußerst respektiert. Einige von ihnen, hatte ich Libyen überholt. Und nun sah man sich wieder, ich war ein "Mann der Landstraße" und gehörte zu ihnen. Weil das Theater am Zoll so lange dauerte, mußte ich den Plan noch zur Oase Siwa zu gelangen aufgeben. Das nächste Ziel ist die Mittelmeerstadt Marsa Matruh. Diese liegt 220 km entfernt. Also eine nicht so lange Fahrt. Die Straße schlängelt sich hinunter zum Mittelmeer. Sie ist nicht nur schön zu befahren sondern es gibt auch viel Landschaft zu sehen. Die anfangs recht schmale Straße wird immer breiter und ca.20 km nach der Grenze funktioniert auch das Telefon wieder. Zurück zur Zivilisation. Mit Einbruch der Dunkelheit komme ich in Marsa Matruh an. Eine mittelgroße Stadt, noch nicht so erschlossen wie manch andere Ägyptische Stadt aber schon mit eigenem Flugplatz. Der Besuch dieser Stadt wählte ich auch deswegen weil ich das Mittelmeer längere Zeit nicht mehr sehen werde. Nach gemütlichen Essen in einem typischen Touristen Restaurant mit den dazugehörenden Preisen bummle ich zum Strand. Auf der Suche nach einem guten Standort für mein Zelt komme ich mit mehreren Jugendlichen am Strand ins Gespräch. Da in Ägypten wohl niemand zeltet und sie dadurch nicht wissen was ein angenehmer Zeltplatz ist, können sie mir auch nicht helfen. Ich bummle wieder zurück zum Roller in die Stadt. Da spricht mich Mohamed in gutem Englisch an. Zuerst das übliche, wo ich her komme, was ich hier mache. Ich erzähle ihm, daß ich einen Platz für mein Zelt suche. Alles kein Problem. Sein Onkel hat eine Autogarage, da könne ich schlafen. Wir gehen zu seinem Onkel und wirklich kein Problem. "Die Nacht schläfst Du bei uns". Ich bekomme bei dem einen Onkel die Möglichkeit zu duschen und bei dem anderen Onkel ein Bett für die Nacht. Alle Ägypter welche ich bis jetzt getroffen habe waren sehr freundlich und hilfsbereit. Auch hier durfte ich feststellen, daß deutsche Staatsbürger einen guten Ruf besitzen. Früh am Morgen stehe ich auf, Mohamed und sein Onkel schlafen noch. Ich fahre an das Meer um zu filmen und fotografieren. Als ich gegen 9:00 mit Frühstück zurückkomme, liegen beide noch im Bett. Ich packe das Nötigste und belade den Roller. Da mußte ich leider feststellen, daß das Vorderrad nahezu einen Plattfuß aufweist. Zum Glück habe ich einen Ersatzschlauch dabei und in einer halben Stunde ist der Roller wieder startbereit. Aber nur was den Reifen anbelangt. Bei der Arbeit an der Vorderradgabel viel mir auf, daß die Gabel wackelt und zwei Lötstellen gebrochen sind. Also mußten wir unser gemeinsames Frühstück noch einmal um eine Stunde verschieben. Die Gabel mußte neu verlötet werden. Ich fahre hinter Achmed, dem Onkel Mohameds her. Hier in Marsa Matruh gibt es unzählige kleine Werkstätten Dort lötet ein Schwarzer mir die Gabel. Aber wie so oft in Afrika ist die Arbeit nur halb fertig. Ich bin nicht zufrieden und verlange, daß er um das komplette Standrohr herum lötet. Nach dem dritten Anlauf klappt das dann auch. Mit Achmed fahre ich dann in seine Autovermietung und er lädt mich zum Frühstück ein. Frisch gestärkt mit funktionsfähigem Roller fahre ich um 12:00 Uhr los mit dem Ziel zu der Oase Siwa zu gelangen. Die Straße nach Siwa finde ich sofort aber wie der Teufel es will oder "Allah" komme ich auf die normale Küstenstraße zurück. Also möchte irgend etwas oder jemand, daß ich nicht nach Siwa gelange. Mit dem Gedanken heute Nacht bei meinem Ägyptischen Beduinen Freund, Achmed Dabscha, zu sein kann ich auch ganz gut leben denke ich mir so.Eine hervorragende Straße bringt mich zuerst der Küste entlang in Richtung Alexandria, dann biegt sie nach rechts ab nach Kairo. Achmed lebt in Giza, direkt neben den Pyramiden. Der Verkehr nimmt immer mehr zu. Es ist ein recht chaotisches Fahren angesagt. Zumal es auch noch dunkel ist. Drei Spuren hat die Straße zur Hauptstadt Ägyptens. Welche Fahrspur von wem Benutzt wird konnte ich bis jetzt noch nicht herausfinden. Die Langsamen fahren meist links. Das ständige Spur wechseln kostet Benzin. Mit dem letzten Tropfen erreiche ich eine Tankstelle. Hoffentlich ist mein Freund Achmed Dabscha zu hause. Nur noch wenige Kilometer trennen mich von meinen Freunden. Das erste Mal auf dieser Reise komme ich bekannte Gefilde vor das Visier des Kiwi Helms. Viele Erinnerungen werden wach. Mit dem Bild vor Augen, Achmed der Beduine sitzt vor den Pyramiden, vor dem Coffee Shop, steuere ich Giza an. Alles ist noch so, wie ich es letztes Jahr kennengelernt habe. Sofort kommt einer der geschäftstüchtigen Verkäufer angerannt und will mich zum Kauf von Papyrus in seinen Laden bewegen. Ich lächle nur und frage nach Achmed. Achmed kennt jeder und ich bekomme zur Antwort, daß er zuhause ist. Drei Seitenstraßen weiter komme ich zu Achmeds Haus. Die Freude ist sehr groß als die Familie mich sieht. Hello Mr. Mayr, Salam Mayr werde ich begrüßt. Achmeds Mutter ist von Tränen gerührt. Sie ist für mich wie eine zweite Mutter und das obwohl sie mich nur drei Tage lang gesehen hat. Überhaupt habe ich hier in Ägypten ein zweites zuhause. Daß ich hierbleiben darf ist überhaupt kein Problem. Sofort wird ein Zimmer für mich gerichtet und das Abendessen ist in 20 min auf dem Tisch.Für mich bedeutet Familie Achmed, daß ich über die Hälfte der Reise hinter mich gebracht habe. Ich habe mir vorgenommen drei Tage etwas auszuspannen. Nach dem Essen gehe ich noch mit Achmed zum Coffee Shop auf ein Glas Shy.Um 23:00 Uhr schlafe ich dann glücklich ein und freue mich auf den kommenden Morgen. Es ist zwischendurch auch mal schön nicht so in einen ungewissen Tag hinein aufzuwachen Montag 04.2002/15Tag Schon um 7:00 fängt der Tag an. Ein ganzes Zimmer für mich alleine. Platz für Dehnungsübungen und Tai Chi genug Platz. Um 9:00 Uhr bringt mir Mama Dabscha Frühstück. Es gibt Shy und Kekse. Ein großer Teil des Vormittages verbringe ich mit schreiben. Um 10:00 Uhr kommt Achmed mit einer nicht so schönen Nachricht. Das Paket, Reifen, Öl und diverse Verschleißteile ist nicht bei seiner Post angekommen. Es liegt vermutlich bei der Hauptpost in Kairo. Weil die Reifen sehr wichtig sind fahren wir sofort mit dem Taxi in die Stadt. Das Fahren in Kairo ist ein Horror. Es wird wegen nichts gehupt. Spurwechsel ohne Blinkzeichen gehören zum guten Ton und Ampeln dienen nur zur Zierde. Um 11:00 Uhr erreichen wir die Hauptpost. Auch dort fertiges Chaos. Die staatlichen Beamten verrichten ihre Arbeit in einer Lagerhallen ähnlichem Gebäude. Es ist überall schmutzig. Die Fenster sind zum Teil mit Packpapier zugehängt. Wie eine Oase in der Wüste sind vereinzelt die Pflanzen, der unzähligen Sekretärinnen zu sehen. Der weibliche Versuch, dem schäbigen Gebäude einen persönlichen Stempel aufzudrücken. Wie immer wenn man es mit staatlichen Ämtern zu tun hat eilen wir von Büro zu Büro. Keiner weiß so richtig Bescheid. Es sind zu viele Angestellte dort. Irgendwann landen wir schließlich im 4 Stock und wie durch ein Wunder sehe ich in einer Ecke das von mir selber gerichtete schwarze Paket. Super, die Reifen haben wir gefunden aber mitnehmen dürfen wir sie nicht! Der Adressaufkleber, welches eine Visitenkarte von Achmed war ist weggekommen. Es muß jetzt erst geklärt werden wem das Paket gehört. Obwohl mein Name auf dem Paket gut lesbar angebracht ist rücken die Beamten meine Reifen nicht raus. Erst als ich mächtig böse und laut werde akzeptieren sie wenigstens,daß ich Eigentümer des Paketes bin. Trotzdem muß mein Equipment zum Zoll und der hat jetzt zu! Also müssen wir Morgen noch mal die zwei Stunden Zeit aufbringen um zur Post zu fahren.Zurück in Giza geht es obligatorisch in den Coffee Shop. Achmed raucht dort die Shischa, die typische Ägyptische Wasserpfeife und ich trinke Tee und schaue den umtriebigen Ägyptern zu. Sie versuchen von Touristen jeglichen Coleurs ein paar Pfund ab zu luchsen. Ich bin froh ein Freund Achmeds zu sein. Sie würden mich sonst auch nicht in Ruhe lassen.Am Spätnachmittag gehen wir zu Achmeds Haus zum Essen. Es gibt Kous, Kous. Wir essen alle von einem großen Teller silbernen Teller, welcher in die Mitte des Zimmers gestellt wird. Bei den Beduinen Familien gibt es keine Betten, das Leben spielt sich auf den Teppichen auf dem Boden ab.Gestärkt gehen wir Männer wieder zum Coffee Shop. Frauen sieht man in den Coffee Shops sehr selten. Später besuchen wir dann ein Internet Kaffee, ich muß meine Post abholen. Das Internet hat mittlerweile auch ganz Ägypten erreicht. Überall findet man Cyber und Internet Kaffees. Mit dem Wissen, daß in Deutschland nicht viel passiert ist und meine Reifen 10 km weiter entfernt bei der Post sind, schlafe ich ein. Dienstag 15.01.2002/15Tag Heute Früh fahren wir mit dem Taxi von Achmeds Bruder, Sabri zur Post. Und wieder geht das Chaos los. Wir werden von einem Büro zum anderen gereicht. Irgendwann ist klar, ich muß Zoll und Steuern für das Paket bezahlen. Und ganz bestimmt nicht wenig. 2 bis 300 US Dollar sind da gleich mal weg. Daraufhin werde ich ein zweites mal in den geweihten Hallen laut. Das bin ich von mir gar nicht gewöhnt. Ich erkläre den Beamten, daß ich kein Zoll bezahle da die Ware in ein paar Tagen wieder Ägypten verläßt. Dieser lässt aber nicht davon ab. Die Reifen wären ja für Achmed und nicht für mich. Mir reißt fast der Geduldsfaden. Ich drohe damit, mich beim Manager zu beschweren und zücke meinen Presse Ausweiß und hole krame meine Kamera heraus. Das wirkt! Plötzlich kommt die Frage auf den Tisch was die Ware kostet. Ich antworte geistesgegenwärtig 20 Dollar. Das glaubt mir zwar der Beamte nicht aber diese Zahl ist eine vernünftige Basis um mit dem Problem klar zu kommen. Bei 20 US Dollar Warenwert muß ich 100 Pfund, 25 Euro Zoll bezahlen. Damit kann ich leben. Nach der Einigung geht alles seinen Weg. Wir hetzen von wieder mal von Büro zu Büro. Irgendwann fangen wir, über diesen Unsinn, an zu lachen. Dies war genau der richtige Weg um mit dem Ganzen fertig zu werden. Nach 2 Stunden verlassen wir immer noch lächelnd das Postgebäude und fahren mit Sabri dem Kamikaze Taxifahrer aus der Stadt nach Giza. Der heutige Nachmittag ist für den Roller reserviert. Ich wechsle die Reifen. Der hintere ist nun nach 8800 km auch an der Verschleißgrenze. Der vordere hätte schon noch weitere 4000 km mit gemacht. Da ich meinen Roller aber auch in der Wüste ausprobieren möchte montiere ich zwei Motocross Reifen von Vee Rubber. Die Ventile stelle ich ein und das Öl wechsle ich bei dieser Gelegenheit auch. Es ist sehr mühsam Reifen mit den kleinen Plastik- Montierhebel zu wechseln, aber es geht. Die original Batterie hat sich auch wieder gefangen und ich baue die große Autobatterie wieder aus in der Hoffnung, daß alles in Ordnung ist. Sieht richtig gut aus der Roller mit dem groben Reifen Profil. Echt Renn mäßig. Jetzt wird erst recht jeder zweite Fragen: " ob ich Paris - Dakar" mit fahre. Zum Mittagessen bin ich wieder bei Achmeds Familie eingeladen. Wir essen heute Reis und Hühnchen sowie Pommes Frittes und Salat. Wieder ist die ganze Familie. Achmeds Mutter, seine Frau die zwei Kinder, Sabri und seine Frau sowie dessen drei Kinder um den runden Tisch versammelt. Das Essen schmeckt hervorragend. Diese Nacht ist natürlich wieder die Straße unser Ziel, bzw. ein kleiner Tisch vor dem Coffee Shop. Teil 7 Mittwoch 16.01.2002/18Tag Den heutigen Tag werde ich mit Filmen und Fotografieren verbringen. Achmed hat extra eine Sondergenehmigung eingeholt. Ich habe zwei Taschen welche sich auf der hinteren Sitzbank befinden entfernt und wir fahren zu zweit zu den Pyramiden. Es ist ein hervorragender Tag für die Aufnahmen. Ein paar kleine Wolken geben dem Himmel ein Bild. So stehe ich nun zwischen den meist falschen Beduinen und fotografiere einen Film nach dem anderen. Die Skyline mit den Pyramiden beeindruckt mich sehr. Nach den statischen Bildern versucht sich Achmed als Kameramann.
Natürlich stoppen wir im Coffee Shop auf eine Schischa und Glas Shy. Das Abendessen, beim Mama Achmed gewohnt Spitzenklasse. Reis, Hühnchen, Hühnchenleber, Kartoffeln und Salat. Ich werde richtig verwöhnt. Das Leben Achmeds, dem "Horseman" sowie vieler anderer Ägypter spielt sich im Coffee Shop ab. Hier werden Geschäfte gemacht, gespielt, gefachsimpelt und die Schischa geraucht. An dem heutigen Abend gesellt sich ein Kameramann, Stuntman und Schriftsteller zu uns. Mit sehr interessanten, wilden Geschichten von Drehaufnahmen in der Wüste geht der Abend sehr schnell vorüber. Um 22:00 Uhr bin ich in meinem Zimmer und packe bereits ein paar Kleinigkeiten ein. Mama Achmed hat mir meine Wäsche gewaschen. So kann ich sauberen Fußes bis nach Hause gelangen. Donnerstag 17.01.2002/19Tag
Jetzt brauche ich sie selber. Ich bitte Sabri zu Achmed zu fahren und mir meine alte Batterie zurückzubringen. Nach einer Stunde ist er zurück und der Roller springt wieder von alleine an. Nach herzlicher Verabschiedung gehts es gegen Osten, nach Suez. Ein bißchen Probleme habe ich noch mit dem Weg. Aber schließlich finde ich doch noch die mir bekannte Wüstenstraße nach Suez. Der Stadt direkt am Suezkanal. Der Suezkanal ist die Verbindung zwischen dem Indischen Ozean, dem roten und dem Mittelmeer. Täglich passieren hunderte von Schiffen diese Verbindung. Beim letzten Polizeicheckpoint frage ich nach dem Weg und der Polizist erzählt mit gerade aus noch 20 Kilometer. Das kommt mir seltsam vor. Das Schild Tunnel zeigt in die andere Richtung. Die werden es schon wissen denke ich mir. Vielleicht ist Tunnel ja auch irgend etwas anderes. Unterwegs frage ich noch jemanden auch der sagt mir in schlechtem Englisch ich muß in Richtung Suez. Später erweisen sich die Wegbeschreibungen als falsch. Man sollte nicht unbedingt den Ägyptern glauben schenken. Sie meines es gut, können aber nur ein oberflächliches Englisch. Das Ergebnis ist eine falsche Wegbeschreibung. Als ich einen Mann in seinem Auto in Suez nach dem Weg frage, sagt er kurzerhand ich solle im folgen. Über eine halbe Stunde fährt er vor mir her, bis direkt vor den Tunnel. Das alles ohne finanzielle Absichten. Ich bedanke mich vielmals und lade ihn zu einer Tasse Tee ein. Dies lehnt er leider ab. Die Fahrt unter dem Tunnel hindurch nach Asien kostet für den Roller nichts. Mit dem Auto hatte ich letztes Jahr eine geringe Gebühr bezahlen müssen. Nun bin ich auf der Sinai Halbinsel. Ein kleiner Teil des Kontinent Asien tut sich auf. Am Suez Kanal entlang fahre ich in Richtung El Tur, dem Tor Sinais. Das Ziel der heutigen Fahrt, das St. Katharinen Kloster. Nur eines trübt den Tag: Das Licht der Batterieanzeige leuchtet ständig. Das bedeutet ich habe bald keinen Anlasser mehr. Dieser Umstand behagt mir überhaupt nicht. Trotzdem fahre ich mit dem Roller in die Wüste um Aufnahmen zu machen. Die Fahrt in die Wüste war ein richtiges Risiko wie sich später her raus stellte. Der Roller macht sich recht gut auf Sand. Etwas mehr Leistung könnte er vertragen. Das Handling ist einwandfrei. Trotz dem schweren Gepäck gräbt er sich durch den weichen Sand wie ein Kampfpanzer. Die Sonne legt sich schlafen und ich muß das Licht anschalten was zu Lasten der Batteriespannung geht. Also muß ich in Kürze halten! Vorne links sehe ich eine Tankstelle direkt vor einer Polizeikontrolle. Halten muß ich sowieso also warum denn nicht gleich dort Nächtigen. Es sind noch rund 160 km bis nach Sharm el Sheich und 100 km zum Katharinenkloster. Deshalb tanke ich direkt vor der Abzweigung zum Katharinen Kloster noch voll und frage bei einem sich dort befindlichen Restaurant nach ob ich hier mein Zelt für die Nacht aufschlagen kann. Kein Problem und wieder habe ich einen guten Platz für die Nacht gefunden. Ich esse Salat und trinke Nescafé. Für das Laptop und den Akku der Videokamera gibt es Strom. Der Abend ist gerettet. Als ich vor dem Computer sitze fragt mich der Restaurantbesitzer ob ich ihm den Computer erklären könne. Gerne vermittle ich ihm ein paar Grundkenntnisse über Windows, Word und Excel. Ihn in einer Stunde zum Computerfachmann zu machen gelingt mir allerdings nicht. Als ich gegen 22:00 Uhr ein Teil meiner Sachen zum Roller bringe lauern dort drei Straßenköter. Ich muß noch mal hinein und als ich herauskomme habe sie schon eine Tüte mit Essen geschnappt, aufgerissen und zur Hälfte gefressen. Den Rest verteile ich großzügig und gerecht. So nun habe ich drei neue Freunde. Als ich morgens Aufwache liegen die mittlerweile zu vier Hunden angewachsene Gruppe rund um das Zelt verstreut. Das Restaurant hat 24 Stunden geöffnet. Freundlich werde ich begrüßt und in der sauberen Toilette kann ich meine Katzenwäsche verrichten. Ich wundere mich zwar über den recht hohen Preis für den arabischen Kaffee bezahle den aber gerne. In Gizas Coffee Shop zahlte ich für den gleichen Kaffee 1 Pfund und hier über 3 Pfund. Der Sinai ist teuer. Das fünfte Auto welches vorbei fährt hält an. In 5 Minuten ist der Roller überbrückt und ich kann bis nach Sharm weiterfahren. Dort befindet sich eine Tauchschule neben der anderen. Aber bei allen Tauchschulen welche ich ansteuere sind die Schiffe schon weg. Ich bekomme einen Tip, das Werner Lau Diving Center hat eventuell ein Schiff welches später raus fährt. Also zur Tauchschule Lau. Sehr freundlich die Leute dort. Wegen dem Ladegerät verweisen sie mich zur örtlichen Mobil Tankstelle. Gut in "sha a alah" gehe ich morgen tauchen. Die Tankstelle finde ich sofort und nach 2 Stunden ist die kleine Batterie voll. Die Zeit überbrücke ich mit Schreiben. Der Roller erregt aufsehen und ich komme ständig ins Gespräch. Kurz nach Mittag fahre ich zur Tauchschule und schreibe mich ein. Das Equipment für Morgen ist in 10 min. zusammengestellt. Die Tauchschule ist recht neu am Ort. Dementsprechend auch die Tauchausrüstung. Ich freue mich auf den morgigen Tag. Der Chef der Tauchschule Christian, gibt mir einen Tip wo ich die nächste Nacht verbringen kann. Ich fahre runter zum Strand und lande im Ristorante el Fanar. Dem Restaurant zum Leuchtturm. Dort kontrolliere ich das Unterwasser Kamera - Equipment und komme mit einer Gruppe von drei Tauchlehrer ins Gespräch. Freitag ein Deutscher, Mark ein Engländer, Sonja eine bildhübsche Französin. Wir reden über das Tauchen und meine Abenteuer- Reise mit dem Roller. Sonja spricht mit dem Besitzer des Restaurants, Fernando und bittet ihn daß ich hinter dem Restaurant mein Zelt aufschlagen kann. Erst ist es ihm nicht sonderlich recht. Da die Polizei oft kontrolliert und man eine Genehmigung zum Zelten braucht. Diese Genehmigung schenke ich mir. Ich habe absolut keine Lust auf Behördengänge in Ägypten. Ein wunderschöner Sonnenuntergang lässt den Tag zu Ende gehen. Das Restaurant zum Leuchtturm ist eigentlich ein Großes Zelt mit einer außergewöhnlichen Innenarchitektur. Sehr gemütlich, eine Mischung zwischen orientalisch, gemütlich und modern. Man ißt hier hervorragend der Chef und der Koch sind Italiener. Es gibt auch wieder richtigen italienischen Kaffee. Den habe ich schon etwas vermisst. Nichts gegen Nescafé oder arabische Kaffee aber gegen einen guten italienischen Bohnenkaffee kommen diese nicht an. Teil 8 Im Restaurant, ganz in der Nähe des Rollers verbringe ich die heutige Nacht. Es ist sehr gemütlich dort. Ich esse eine Pizza und beobachte die bunte Mischung der Gäste. Gegen 20:00 Uhr füllt sich das Lokal. Viele Touristen aus Rußland sind heute Abend im Restaurant. Auch der ein oder andere Ägypter ist dort anzutreffen. Es ist lustig zu beobachten wie mancher arabische Landsmann eine europäische Touristin zum Essen einlädt. Mit Händen und Füßen verständigt man sich dann. Ein Klangteppich zwischen gebrochenen englisch, arabisch und russisch macht sich auf. Auch die verschiedenen Kulturen versuchen sich anzunähern. Normalerweise gehen die arabischen Männer mit ihren Frauen nicht so zimperlich um. Bei europäischen weiblichen Touristen sind sie jedoch sehr zurückhaltend und sehr zuvorkommend. Gegen 22:00 Uhr kommen Christian und Dennis, die zwei Tauchlehrer von meiner Tauchschule zu mir an den Tisch. Wir haben eine sehr angeregte Unterhaltung. Gegen Mitternacht begebe ich mich dann auf meine Iso Matratze. Mit dem Wissen einer der besten Plätze dieser Welt zum Zelten gefunden zu haben. Der Wind weht sanft um das Zelt und das Rauschen der Meeresbrandung ist allgegenwärtig. Um 6:00 Uhr klingelt das Handy. Das dunkle Rot der aufgehenden Sonne schimmert in mein Zelt. Ich genieße jeder Minute dieses Sonnenaufganges. Dies ist einer der schönsten Sonnenaufgänge welche ich je gesehen habe. Hier am südlichsten Punkt des Sinais kommt die Sonne besonders leuchtend zur Geltung. Sie verändert ihre Farbe ständig. Nicht nur die Veränderung vom dunklen Morgenrot zum hellen Orange ist beeindruckend sondern auch das Farbenspiel von Purpur und Lila mischt sich mit dazu. Ich baue das Zelt und alles zusammen, so daß Fernando keinen Ärger mit der Polizei bekommt und fahre zur Tauchschule. In einer halben Stunde geht es Los! Pünktlich um 8:00 Uhr kommt der Bus mit den aufgesammelten Tauchern, von verschiedenen Hotels, zur Tauchschule. Der Bus ist ausnahmslos deutschsprachig. Wir sind eine Gruppe von 6 Tauchern. Mit dem Bus fahren wir zum Hafen. Dort steht unser Schiff schon abfahrt bereit. Die Tauchausrüstung, absolut neu, und neue Sauerstoffflaschen befinden sich bereits an Bord. Alberto auch ein Italiener, ist unser heutiger Dive Guide. Er macht seinen Job hervorragend. Zuerst gibt es eine Erklärung zum Boot und der Sicherheitseinrichtung dort. Dann werden die Tauchgänge anhand einer graphischen Darstellung erklärt. Er verweist auch auf Bodysystem. Dieses Partner-Kontroll- Programm stellt eine absolute Sicherheit für den Taucher dar und wird von allen guten Tauchschulen vermittelt und auch praktiziert.. Nach einer halben stunde Fahrt mit der recht großen Jacht kommen wir zu dem Naturpark und Tauchparadies Ras Mohamed. Dort liegen bereits drei weitere Schiffen an Bojen fest gekettet. Das Ankern ist, wegen der Zerstörung der Korallenriffs, dort strickt verboten. Noch etwas unsicher lege ich meine Tauchausrüstung an. Dies ist erst mein dritter Tauchgang. Ich habe erst letztes Jahr den Open Water Tauchschein hier im roten Meer gemacht. Außerdem will ich meine Videokamera unter Wasser testen. Ich habe mir extra ein Gehäuse dafür gekauft. Das Wasser ist mit 23 ° Grad für mich angenehm warm. Verglichen mit meinem letzten Tauchgang im Bodensee sogar fast zu warm. Die Außentemperatur liegt bei ca. 28° Grad. Also beste Voraussetzungen für einen gelungenen Tauch Tag. Die Unterwasserwelt hier in Sharm el Scheich gehört mit zu den Besten in der ganzen Welt. Dieses Tauchgebiet wurde erst vor 6 Jahren erschlossen und ist somit noch recht neu. Da es sich bei diesem Tauchgebiet um ein Naturschutzgebiet handelt gelten sehr strengen Vorschriften. Dementsprechend ist die Unterwasserwelt noch zu 100% in Takt. Es gibt keine zerstörten Korallen und auch keinerlei Verschmutzung dort. Bei unserem zweiten Tauchgang führt uns Alberto an einem Schwarm Silberfische vorbei, durch eine Höhle. Es ist schon sehr beeindruckend wenn man aus einer Höhle heraus in die Weite des roten Meeres taucht. Nach dem zweiten Tauchgang hängen wir uns an eine Boje in einer ruhigen Bucht. Es gibt ein hervorragendes Mittagessen. Jedenfalls sieht es gut aus. Leider konnte ich nur etwas davon probieren. Mein Magen ist durch die Reise etwas in Mitleidenschaft gezogen worden und streikt. Während die anderen Essen, muß ich mich leider auf die Toilette begeben. Nachdem sich der Magen geleert hat geht es mir auch schon viel besser. Um 17:00 Uhr fahren wir zurück in den Hafen von Sharm el Sheich. Noch genügend Zeit für mich um vor Dunkelheit meine zweite Batterie abzuholen. Ich hoffe, auch diese Nacht vor dem Leuchtturm verbringen zu können. Kurz nach Sonnenuntergang treffe ich dort ein. Fernando gibt sein OK für die Nacht. Etwas später trifft einer meiner deutschen Tauchkollegen im Restaurant ein. Es folgt ein unterhaltsames Gespräch. Fritz verläßt mich jedoch schon um 21:00 Uhr und kurz danach kommen meine neuen Freunde Christian mit Freundin sowie Dennis vorbei. Es wird ein lustiger Abend. Dennis hat sich angeboten mir Morgen einen tollen Park zu zeigen in welchem es unberührte Sandstrände und Mangroven Wälder gibt. Da aber niemand genau sagen kann wann die Fähre von Nuweiba, Ägypten nach Aqaba, Jordanien ablegt muß ich leider absagen. Es wäre schade einen ganzen Tag zu verlieren. Mein Ziel ist es den Hafen von Nuweiba so gegen 9:00 Uhr zu erreichen. Sonntag 20.01.2002/22Tag Auch diese Nacht habe ich sehr gut geschlafen. Gerne wäre ich länger geblieben in Sharm el Sheich. Die kleine kurvige Straße führt mich durch das Hinterland bis nach Nuweiba. Der starke Gegenwind und die hügelige, kurvenreiche Straße macht dem Roller etwas zu schaffen. Teilweise fährt er nur noch 70 km/h. Ich merke auch das die Variomatik etwas verschlissen ist. Aber tapfer kämpft er sich bis Nuweiba durch. Und ich erreiche die kleine Hafenstadt gegen 9:00 Uhr. Von oben herunter sehe ich schon die Fähre. "Mann das wäre Klasse wenn ich diese noch kriegen könnte". Ich frage nach dem Ticketschalter und bin überglücklich ein Ticket für 52 US Dollar zu erhalten. Das Schiff legt erst in 3 Stunden ab. Also noch genügen Zeit für eine Tasse Shy und die Zollformalitäten. Der Zoll und die Abwicklung in Nuweiba ist die schnellste und beste in Ägypten. Ein Beamter kümmert sich dieganze Zeit persönlich um mich. Und obwohl ich das ganze Gepäck abladen muß und durch die deutschen Röntgenmaschine schieben muß dauert die ganze Prozedur nicht länger wie 1.5 Stunden. Nachdem ich den Roller sorgfältig festgezurrt habe sticht die St. Katharina mit einer halben Stunde Verspätung in See. Es folgt eine ruhige Überfahrt bei schönstem Sonnenschein und über 20° Grad. Ich komme mit einigen Syriern ins Gespräch und erlebe sehr viel Aufmerksamkeit der arabischen Mitreisenden. Jeder versucht mit mir ins Gespräch zu kommen. Es kommen nicht sehr häufig europäische Reisende in diese Gegend. So werde ich mit Fragen überhäuft. Leider sprechen über 90% der Menschen dort nur arabisch. Meine 10 Wörter und drei Sätze in arabisch beeindrucken und begeistern zwar doch sind sie einer angeregten Konversation nicht dienlich. Nach 2,5 Stunden fahrt legt die Fähre in Aqaba, der einzigen Hafenstadt Jordaniens, an. Die Zollformalitäten bestehend aus Immigration, Zoll und Gepäckkontrolle sowie stempeln des Carnet de Passage gestalten sich völlig unkompliziert. Dauern auch nur eine Stunde. Nachdem ich das Hafengelände verlassen habe steuere ich nach links in Richtung Saudi Arabien. Dort gibt es eine Möglichkeit zu campen. Ein Beduin Camp. Sunset village und Mohamed Sea sind die Namen von zwei Zeltplätzen. Ich werde bei Mohamed Sea die heutige Nacht verbringen. Für zwei Jordanische Dollar bekommt man eine saubere Toilette, kalte Dusche und einen ruhigen sicheren Platz für die Nacht. Neuerdings hat die Jordanische Regierung auch einen kostenlosen Zeltplatz dort eingerichtet. Europäische Touristen sind zur Zeit keine dort. Aber einige Jordanier genießen die milde, warme Umgebung des roten Meeres und Zelten dort. Ich wechsle den Luftfilter des Roller und mache einen kleinen Check. Kurz vor dem Schlafen gehen unterhalte ich mich noch mit Mohamed über das Wadi Rum. Die Wüstenlandschaft Jordaniens. Ich werde dort morgen meinen Roller im Sand testen. Bin schon ganz gespannt wie er sich dort macht. Diese nacht wird wahrscheinlich die letzte warme Nacht dieser Reise sein. Es geht morgen weg vom roten Meer ins Landesinnern in Richtung Nordosten. Montag 21.01.2002/23Tag Ich fahren von Aqaba in Richtung Amman, der Hauptstadt Jordaniens. Nach 80 Kilometer kommt ein Schild welches nach rechts ins Wadi Rum zeigt. Das Wadi, Tal, Rum ist eine touristische Attraktion Jordaniens. Ein herrliches Wander- und Klettergebiet. Es lädt ein für Kamel und Jeep safaries. voll erschlossen gibt es außer einer tollen, Mond ähnlichen Landschaft auch eine hervorragende Infrastruktur mit Hotels; Gasthäuser und Informationscenter. Ein zweites befindet sich gerade im Bau. Nachdem ich mich mit einem Tee gestärkt habe beginnt das Abenteuer Roller in der Wüste.Ich folge den Autospuren und der Sand wird immer tiefer und feiner. Der Roller und ich haben schwer zu kämpfen. Die kleinen Räder wollen immer aus der Spur fahren und durch das schwere Gepäck neigt der Roller zum übersteuern. Nachdem ich so ca. 7 km zurückgelegt habe und den Roller dreimal wieder aufheben mußte was angesichts der Temperatur so um die dreißig Grad eine schweißtreibende, harte Arbeit darstellt gebe ich auf. Ich habe keine Lust 10 Kilometer durch den Sand zu wandern um Fremde um Hilfe zu bitte. Außerdem fängt die Kupplung des Rollers massiv zu Rauchen an. Ohne Gepäck ist dieser Roller absolut Geländegängig und man kann ihn auch für die Wüste einsetzen. Aber die zusätzlichen 80 kg und der weiche Sand sind eindeutig zuviel für ihn. Ich bin froh nicht zuviel Riskiert zu haben denn das eigentliche Ziel ist die Botschaft in Amman. Dort möchte ich meinen zweiten Pass abholen. Der mit dem Visa von Syrien. Es sind noch über 200 Kilometer bis nach Amman und ich möchte gerne vor 16:00 Uhr dort sein. Die gemütliche Fahrt ist nun auch zu Ende. Es geht steil bergauf und der Roller hat schwer zu kämpfen. Außerdem wird es lausig kalt. Die Temperatur fällt auf 2°Grad. Heftiger Regen macht mir zu schaffen. Dazu kommt, daß der Gepäckträger gebrochen ist. Also ist meine Motivation ist fast auf dem Nullpunkt. Außerdem stehe ich unter Zeitdruck. Der Roller hatte auch schon mal etwas mehr Leistung gezeigt. So komme ich gegen 15:30 in Amman an Obwohl ich schon einmal bei der Botschaft war finde ich diese nicht auf Anhieb und muß so einen Taxifahrer bitten, daß er mir den Weg zeigt. In Amman regnet es wie verrückt und einige Straßen sind überflutet. Der Roller hat Probleme mit Wasser und geht ständig aus. Klasse denke ich mir. Da kommt wieder alles auf einmal. Bei der Botschaft angekommen. Kann ich meinen Reisepass in Empfang nehmen, wenigstens ein Highlight. Ich fahre bei strömenden Regen aus der Stadt. Alle paar Kilometer bleibt der Roller stehen. Und auch die Batteriespannung wird immer geringer. Zu alledem kommt auch noch dichter Nebel auf mich zu. Es macht keinen Sinn weiterzufahren und so halte ich bei der nächsten Tankstelle. Es gibt hier einen kleinen Laden wo ich mir etwas zu essen kaufen kann. Den ganzen Tag noch nichts im Bauch gehabt kaufe ich ein wie ein Wilder, Mortadella, Chips, Schokolade. Eine seltsame Mischung aber "der Hunger treibt es rein". Da es in dem Laden kein Brot gibt laufe ich die Straße weiter zu einer. Auf dem Rückweg suche ich nach einer Möglichkeit etwas warmes zu trinken und einem angenehmen Platz für das Zelt. Beides finde ich auf dem Weg. In dem Coffee Shop mache ich die weitere Routenplanung. Morgen Abend müsste ich Alleppo, eine Stadt nahe der türkischen Grenze, erreichen. Von Deutschland aus habe ich eine Adresse erhalten um dort zu nächtigen. Zurück beim Roller baue ich die Batterie aus um sie in der dort befindlichen Werkstatt laden zu lassen. Leider schließt die Werkstatt um 19:00 Uhr und die Batterie bekommt nur eine halbe Strom. Natürlich komme ich auch hier mit den Menschen ins Gespräch und als sie mitbekommen, daß ich hinter dem Haus Zelten möchte ist die Einladung für eine Übernachtung da. Der Tankstellenbesitzer und sein Sohn sprechen gutes Deutsch. Und die Nacht kann ich mit Usama einem Irakischer Staatsbürger und einem weiteren Angestellten der Tankstelle auf dem Boden eines kleines Zimmers verbringen. Teil 9 Wir schauen in den Fernseher und unterhalten uns so gut es geht. Usama spricht keine Fremdsprache. Aber mit Händen und Füßen und ein bißchen Arabisch kommen wir klar. Dienstag 22.01.2002/24Tag Schon um 5:30 Uhr klingelt mein Handy. Usama und sein Kollege schlafen noch. Da ich sie nicht wecken will bin ich sehr leise. Dem Geräusch nach regnet es draußen. Irgendwie bin ich wasserscheu geworden, nach all den sonnigen Tagen. Die IXS und HELD Motorradbekleidung ist zwar extra für Nässe und Kälte produziert worden aber trotzdem habe ich nicht die geringste Lust sie jetzt aus zu probieren. Da die Tür des Zimmers nach außen verschlossen ist muß ich Usama doch noch wecken. Nach freudiger Verabschiedung legt er sich wieder schlafen und ich belade den Roller. Als ich losfahren möchte springt das gute Stück nicht an! "Super" denke ich mir und packe mein Werkzeug aus. Zuerst kontrolliere ich die Zündzuleitung dann die Benzinzufuhr. Es, ist soweit alles in Ordnung. Bleibt nur noch die Zündkerze als Fehlerquelle übrig. Hoffentlich hat nur diese einen Fehler und es ist nichts ernstes. Um an die Kerze heranzukommen muß ich die Federbeine vom Roller lösen. Durch den Umbau hat sich die Lage der Zündkerze etwas verändert. Dazu muß ich den Roller unterbauen. Also habe ich richtig Arbeit. Noch schnell den Vergaser ausgebaut und ausgeblasen, Kerze gewechselt 2 Stunden später gibt der Roller wieder wohlklingende Geräusche von sich. Es hat sehr starken Nebel und ich komme nur sehr langsam voran. Die sehenswerte Ruinenanlage von Jerash lasse ich links liegen und rolle nach Irbid, welches kurz vor der Grenze nach Syrien liegt. Die nächste Stadt ist Ramtha. Es gibt zwei Grenzübergänge nach Syrien. Die Ausreise klappt hervorragend und so fahre ich im Niemandsland ca. 5 km an Schrottautos vorbei nach Syrien. Der erste Eindruck ist nicht gerade der Beste von diesem Land und der zweite wie sich später herausstelle auch nicht. Als erstes Ausweiskontrolle, Immigration. Ich zücke meinen brandneuen frisch von der Botschaft geholten Ausweis und lege diesen vor. Der Zöllner schaut mich ungläubig an. "Wo ist der zweite Ausweis" ? Welcher, wie, wo, was - zweiter Ausweis entgegne ich ihm. "Na der in welchem die Stempel von Jordanien sind". Er will den Einreise und Ausreise Stempel sehen. Na gut denke ich mir und lege den anderen Ausweis unwissend vor. Diesen streng prüfend erklärt er mir, daß ich nicht Einreisen darf. "Warum, ich verstehe nicht" ? In dem Ausweis befindet sich ein Stempel von Israel und somit ist die Einreise untersagt. Ich diskutiere mit ihm aber es macht keinen Sinn. Kurz darauf verschwindet er und fertigt Kopien an von dem besagten Stempel. Ich setze alles daran ihn zu überreden aber es hilft nichts. Voller Verzweiflung nehme ich ihm die Kopie weg und verreiße sie. So jetzt gibt es nur noch diesen Ausweis, basta! Auch das überzeugt ihn nicht! Mittlerweile werde ich laut und bin umringt von mehreren Soldaten. Bestehend aus meist ca. 17 Jahre alte Kadetten. Jeder versucht auf mich einzureden und mir zu erklären daß ich zurück nach Jordanien gehen soll. Aber ist stelle mich auf provokativ auf stur und bleibe an einem Tisch vor den Schaltern sitzen. Als die Jungen mich versuchen anzufassen werde ich mächtig böse und erkläre, so daß es ein jeder kapiert, daß der nächste welcher mich berührt dies nicht ungestraft tut. Daraufhin nehmen sie Abstand und ignorieren mich. Ich verlange den höchsten Beamten zu sprechen. Da sie mir dies auch nicht gestatten laufe ich einfach in das nächste Büro. Dort sitzt so ein drei "Sterne Mann". Dieser erklärt mir nochmals, daß ich in Israel war und Syrien mit Israel Krieg hat und ich deshalb auch nicht durch das Land fahren kann. Ich schalte weiterhin auf Stur. Über zwei Stunden sitze ich nun hier und nichts passiert. Viele Gedanken gehen durch meinen Kopf. Wie komme ich durch Syrien oder um das Land herum? Nach zwei Stunden kommt ein deutsch sprechender Syrier vorbei. Ich schildere ihm mein Problem und während des Gespräches wird immer deutlicher der zweite Grenzübergang ist vielleicht eine Möglichkeit. Dort zeige ich auf gar keinen Fall den ersten Ausweis. Wenn sie ihn sehen wollen melde ich ihn verlustig. OK also zurück nach Jordanien. Dort wird die Ausreise erst mal zurückgenommen. Ich muß wieder eine neue Versicherung für den Roller abschließen. Diese kostet erneut 11 JD das sind 10 US Dollar. Der Tag ist noch nicht vorbei. "Auf zur zweiten Möglichkeit des heutigen Tages, zweiter Versuch Syrien. Der zweite Grenzübergang ist viel moderner und die Ausreise klappt wieder einwandfrei. Natürlich werde ich gefragt warum ich das letzte mal ausgereist bin. Ich zeige meinen Ausweis und den Stempel von Israel. " Das ist ein Stempel von Israel" fragt mich der Beamte? "Noch nie gesehen" entgegnet er mir. Voller Hoffnung, daß die Syrier diesen Stempel an dem kommenden Zoll auch nicht kennen, reise ich aus. Kaum lege ich meinen Ausweis bei dem syrischen Beamten vor ist bei denen schon alles klar. Durch die Vernetzung der Computer sind sie informiert und ich kann und darf nicht einreisen. Die syrische Regierung und die Handhabe ihrer Gesetze erinnern mich an einen Kindergarten. Aber auch dort gibt es mittlerweile Computer. Auch hier schalte ich auf Stur. Vergeude zwar unheimlich viel Energie dabei aber vielleicht hilft es nachfolgenden Reisenden, daß die Syrier ihre blödsinnigen Gesetze etwas moderater gestalten. Es folgen wieder heftige Diskussionen. Kurzerhand habe ich erst mal genug. Es ist dunkel und regnet, mir ist kalt und ich komme nicht voran. Also schlage ich provokativ mein Zelt direkt vor dem Haupteingang auf. Ständig kommen irgendwelche Beamten und versuchen mich zu vertreiben. Lust- und Energielos schlafe ich erst mal ein. Als ich um Mitternacht aufwache bin schon etwas klarer im Kopf. "Nun gut," wenn das Land mich nicht will, dann gehe ich auch nicht dorthin! Die Botschaft in Amman kann mir vielleicht weiterhelfen. Auf jeden fall kann ich von dort aus die weiteren Weichen der Reise stellen.So gegen 1:00 Uhr morgens verlasse ich das Zollgelände. Natürlich musste ich wieder Versicherung bezahlen und die zweimal unnötig bezahlte Ausreisesteuer bekam ich auch nicht zurück.Trotzdem war ich glücklich, denn ich war wieder auf dem richtigen Weg. Da es keinen Verkehr um diese Uhrzeit gibt musste ich mit Licht fahren. Die Spannung der Batterie hält "in Sha a Allah" bis nach Amman. Als ich um drei Uhr dort ankomme finde ich natürlich die Botschaft nicht auf Anhieb. Also bitte ich einen Taxifahrer mir den Weg zu zeigen. Nach 15 Minuten sehe ich das mir wohl bekannte Gebäude. Ich handle noch mit dem Taxifahrer aus, daß er mich morgen gegen 10:00 Uhr vor der Botschaft abholt.Der übereifrige, freundliche Sicherheitsbeamte welcher nachts die Botschaft bewacht erlaubt mir auf dem Botschaftsgelände mein Zelt aufzubauen. Leider ist dieses Zuhause nur von kurzer Dauer. Als sein Vorgesetzter eine halbe Stunde später vorbeikommt werde ich aufgeweckt und muß umziehen. Kurzerhand baue ich das Zelt einfach auf dem Gehweg auf. Mittwoch 23.01.2002/25Tag Um 8:00 Uhr öffnet die Botschaft ihre Pforten. Und als einer der ersten werde ich hereingelassen. Mit einer sehr freundlichen Botschaftsangehörigen Ulrike sprechen wir über die weiteren Möglichkeiten. Wir kommen zu dem Schluß: die einzige, vernünftige Möglichkeit ist der Weg von Israel aus. Über die Sheich Hussein Brücke nach Haifa und von dort in die Türkei oder Griechenland. Also auf jeden Fall wieder zurück nach Europa. "Da wollen die Syrier nicht, daß man Kontakt mit Israel hat und doch zwingen sie einen diesen förmlich auf. Die Logik mancher Araber ist sehr schwer zu verstehen! Für mich sind das Verhalten und einige Gesetze der syrischen Regierung auf dem Niveau einer Hilfsschule anzusetzen. Ein sturer, gerader Blick nach vorne, nichts von Weltoffenheit. Das von mir bestellte Taxi kommt pünktlich um 10:00 Uhr und holt mich ab. Moses, der Taxifahrer und ich fahren zu einem "Varta Batteriecenter". Dort verspricht man mir, daß beide Batterien in zwei Stunden voll sind. In Sha al Allah denke ich mir dabei. Der Morgen geht sehr schnell vorüber. Moses bleibt bei mir und wir gehen erst mal gut Frühstücken. Keine Ahnung was für ein Essen das war, aber auf jeden Fall hat es gut geschmeckt. Das Frühstück nehmen in einer Taxifahrergaststätte zu uns. Wir sitzen draußen in der Sonne und als Tisch dienen uns zwei Hocker. Nach dem Essen fahren wir in das Palästinenserviertel. Bei einem befreundeten Gastwirt trinken wir Tee und beobachten die Menschen auf der Straße. Ein buntes, reges Treiben herrscht dort. Und das schöne hier in Amman ist: man wird nirgends belästigt. Die Jordanier und Palästinenser sind zwar neugierig aber keinesfalls aufdringlich. Eher höflich und zuvorkommend. Um die Wartezeit etwas zu verkürzen fährt Moses mit mir noch in eine Markthalle für Obst und Gemüse. Der Duft des frischem Obstes steigt in meine Nase und ich bin überwältigt von den bunten Farben des Gemüses. Als wir pünktlich nach zwei Stunden zu den Batterien gelangen sind diese auch fertig geladen und stehen zur Abholung bereit. Wenigstens nach dem Voltmeter zu schließen. Meiner Erfahrung nach langen zwei Stunden nicht eine 75 AH Stundenbatterie voll zu laden. Die spezielle Kymco Batterie ist sogar "soviel fertig" daß sie Wasser läßt. Das heißt die "Varta Batterie Chefs" haben die MF Batterie überladen und ihr somit keinen Gefallen gemacht. Egal so ist das halt in Asien. Im Moment muß ich mit dieser Situation leben. Zurück in der Botschaft baue ich die Batterien ein und das Zelt ab. Ganz nebenbei verkaufe ich das Zelt an einen, der vor der deutschen Botschaft sich aufhaltenden, Dolmetscher. Und um 1:00 Uhr bin ich zurück auf der Straße, in Richtung Norden, nach Israel zur Hafenstadt Haifa. Daß es von Haifa eine Fährverbindung nach Griechenland gibt weiß ich von meiner letzten Reise her. Da ich nun schon mehrere Kilometer in Amman zurückgelegt habe finde ich den Weg auch sofort in Richtung Israel. In Salt, einer kleinen Stadt über dem Jordantal ver |